Zugspitze (dapd)
Bereits einige Zeit vor dieser Kältewoche hatten wir für Anfang Februar 2012 einen Beitrag zum Thema Kälte geplant und haben uns einfach mal nichts ahnend für den Donnerstag, den 2.2.2012, entschieden. Einige Tage vor dem Dreh zeichnete sich ab, dass sich eine Kaltluftblase aus Russland auf den Weg nach Mitteleuropa macht und uns wohl in Froststarre versetzen wird. Naja, wir haben hin und her überlegt, ob wir den Dreh wirklich durchziehen wollen und haben uns schließlich dafür entschieden. Wirkt ja dann ziemlich authentisch, wenn es um das Thema Kälte geht! Also auf geht’s zum ersten Drehort – dem Igludorf auf der Zugspitze! Da wir wussten, was auf uns zukommt und haben meine Kollegen und ich uns dementsprechend angezogen. (Das ist das schöne, wenn man „beim Wetter“ arbeitet. Man wird davon nicht überrascht ;) Ich glaube, ich hatte vier oder fünf Schichten an, unter der Skihose! Und ich kann Euch sagen: der Zwiebellook funktioniert. Es war wirklich erträglich trotz Temperaturen von unter minus 20 Grad. Was wohl auch daran lag, dass es sonnig, windstill und trocken war. Außerdem fand ein Teil des Drehs in den Iglus statt und innerhalb dieser Schneehäuser ist es doch deutlich „wärmer“ ist als außerhalb. Wir hatten immerhin Werte von „nur“ knapp unter 0 Grad.
 
Der richtige Kälteschock stand mir jedoch noch bevor. Wir wollten nämlich in dem Beitrag auch zeigen, dass man Kälte für therapeutische Zwecke nutzen kann und deswegen ging es danach zur Kryotherapie. Ein schwieriges Wort, aber eigentlich verstecken sich dahinter nur drei Räume. Der erste mit minus 15, der zweite mit minus 60 und der dritte Raum mit unter minus 110 Grad Celsius! Man geht dabei durch die
Kältekammer
ich in der Kältekammer
ersten beiden mäßig kalten Kammern um sich an die Kälte zu gewöhnen und dann soll man einige Minuten in der dritten Kammer ausharren. Übrigens hat man neben Badesachen, nur Schuhe, Handschuhe, Stirnband und Mundschutz an. Auch wenn man es sich zunächst nicht vorstellen kann, aber diese Kältebelastung soll gesund sein. So soll die Ganzkörperkryotherapie z.B. gegen Schmerzzustände, Rheuma und noch vieles mehr helfen. Also Augen zu und durch! Die erste Kammer mit minus 15 Grad war überraschenderweise noch gut auszuhalten, in der zweiten mit minus 60 wurde es schon richtig krass, aber die minus 111 Grad ließen mich wirklich erstarren. Ich kann diese unglaubliche Kälte nur schlecht beschreiben. Aber ich hatte irgendwie das Gefühl bei lebendigem Leib schockgefrostet zu werden. Gut, an sich war das ja auch nichts anderes ;) Ich habe mich kaum getraut zu atmen und auch mein Sprachzentrum im Gehirn war irgendwie eingefroren – ich konnte kaum noch was Vernünftiges sagen, was natürlich bei einem Videodreh nicht wirklich günstig ist. Und auch danach war ich noch ziemlich verdattert, aber auch irgendwie sehr erfrischt ;)
 
Kältekammer - Temperatur
-111 Grad - der Beweis
Es war auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis und die eisigen Temperaturen draußen im Freien machten mir danach nicht mehr allzu viel aus. Angeblich soll man durch diese Therapie auch kälteunempfindlicher werden, aber leider nur, wenn man sie regelmäßig durchzieht.
 
In den letzten Tagen hätte es ja auch wirklich nicht geschadet ein wenig kälteunempfindlicher zu sein. Denn vor allem morgens empfand ich persönlich, dass es doch ganz schön kalt war, vor allem letzte Nacht war es ja hier im Süden gefühlt so kalt wie in einer Kältekammer (hier gibt es die Tiefstwerte der letzten Stunden). Aber die Rettung für alle Frostbeulen unter uns naht: NEMO kommt zu uns. Ja, das ist derselbe NEMO, der in den USA zu einem Schneechaos geführt hat. Bei uns sorgt er allerdings dafür, dass es ab morgen etwas milder wird. Gefährlich kann es trotzdem werden, denn es besteht Gefahr von Glatteisregen! Also schaut mal in unsere Videos! Vor allem, wenn Ihr unterwegs seid! Hier halten wir euch nämlich auf dem Laufenden, wo es wann glatt und rutschig werden kann.