Annekes Welt
Wobei 27 Grad im Südwesten schon eher sommerlich sind. Also vielleicht doch direkt vom Winter in den Sommer? So ganz ohne Frühling? Allerdings fehlt zum Sommer etwas Entscheidendes: Es ist einfach noch nicht grün in Deutschland! Das japanische Kirschblütenfest  in Berlin hat schon stattgefunden, nur leider ohne Kirschblüten. Man spaziert zwar bei tollem Wetter durch verschiedene Parkanlagen, doch das einzig grüne ist der Rasen. Halt! Beim Laufen letzte Woche im Hamburger Stadtpark habe ich doch glatt ein paar Schneeglöckchen gesehen. Zwar nicht viele, aber immerhin. Beim nächsten Lauf drei Tage später waren sogar vereinzelt Osterglocken mit von der Partie. Die Natur hinkt momentan zwei Wochen hinterher. Kein Wunder, es kann ja nicht alles in den ersten paar Tagen mit frühlingshaften Temperaturen und Sonne sofort explodieren. Obwohl das wirklich schön gewesen wäre. Immerhin sind wir auf einem guten Weg, aber der letzte Schritt fehlt eben noch, denn sobald sich der glühende Ball am Himmel mal nicht zeigt, fühlt man sich schnell wieder in den Februar zurück versetzt. Uaaaah, besser nicht daran denken. Ich weiß, dass es in Deutschland natürlich sehr viele Winterliebhaber gibt. Aber mal ganz ehrlich: Dieses Jahr ist ja wohl jeder davon auf seine Kosten gekommen, oder? Ich werde jedenfalls kein Mitleid empfinden, weil  sich der Winter nicht bis Juni, sondern NUR bis Ende März hingezogen hat.

Es gibt da etwas, was mir in den letzten 14 Tagen besonders aufgefallen ist. Und das ist dieses Jahr -  bedingt durch den langen Winter - viel deutlicher zu spüren: Die Energie hat sich mit der Sonne und den ansteigenden Temperaturen gewandelt. Die Luft ist irgendwie elektrisiert und man fühlt, dass sich etwas verändert. Die Straßencafés sind draußen wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, Menschengruppen ziehen durch Parkanlagen und der Duft von Gegrilltem hängt schon ganz schwach in der Luft.  Und überall lachende, lärmende Kinder. Herrlich! Das meine ich wirklich ernst. In München habe ich in einer Dachgeschoßwohnung mit Balkon zum Innenhof gewohnt. Und sobald es wärmer wurde, hörte ich die Kinder draußen lachen und spielen. Für mich ein gute Laune Garant und außerdem ein untrügliches  Zeichen dafür, dass der Frühling endlich begonnen hat.

Und mit dem tollen Wetter kommt die Unternehmungslust. Meine Freunde in München waren alle schon zahlreich an der Isar grillen, oder haben sich in den verschiedenen Biergärten im Englischen Garten zur Brotzeit getroffen. In Hamburg spazierten die Menschen (wenn auch nicht ganz so sommerlich gekleidet wie in München) in Scharen um die Alster - inklusive mir. Auf dem Weg dorthin erspähte ich jedoch vom Bus aus einen kleinen Flohmarkt in St. Georg. Nach kurzer Planänderung wühlte ich mich schon durch die Stände und ergatterte drei schöne Handtaschen. Man(n) weiß ja, dass Frauen Handtaschen lieben, als ich jedoch mit vier Exemplaren (drei neue und natürlich die, die ich sowieso schon dabei hatte) an der Alster entlang spazierte, wurde ich doch etwas skeptisch angeschaut. Also habe ich den Spaziergang kurzerhand abgekürzt, bin mit meiner Beute in den nächsten  Bus gehüpft und habe sie unversehrt nach Hause gebracht. Wie schnell einem das tolle Wetter als Frau doch egal sein kann! Oder zumindest zweitrangig.
 
Wo war ich jetzt stehengeblieben? Ach ja, bei der Unternehmungslust! Ich habe das Gefühl, dass sich meine Ideen überschlagen, denn ich will alles auf einmal: Abends im Restaurant draußen sitzen, tagsüber mit Freunden im Park grillen, am Wochenende in den Kanälen von Hamburg oder Berlin paddeln gehen, mit einem Buch nach der Wetteraufzeichnung am Maybach Ufer auf einer Bank in der Sonne sitzen und lesen und und und.

Ok, erst mal Luft holen und durchatmen. Der Frühling startet ja gerade erst und es ist für alles noch genug  Zeit. Mein nächstes Vorhaben steht allerdings schon fest: Am 05.05.2013 veranstalte ich zusammen mit einer Freundin eine Mai Bowle. Was das genau ist? Lest einfach meine nächste Kolumne. Das Rezept dazu gibt’s dann natürlich auch :)
 
Alles Liebe

Eure Anneke