Annekes Welt

Und dank Mark Zuckerberg musste ich auch keine aufwendig gestalteten, mit Blümchen verzierten Einladungskarten verschicken, sondern mich einfach nur an den PC setzen, einen frühlingshaften Text formulieren und auf „Senden“ drücken. Das war übrigens ebenfalls der Startschuss meiner Vorfreude. Eins hatte ich jedoch nicht bedacht: Freitagabend kam ich erst gegen 17 Uhr in Hamburg an, und Samstag 14 Uhr sollte es losgehen. Da ich die letzten 2 Wochen in Berlin verbracht habe, habe ich auch keinen Gedanken an meine Wohnung in Hamburg verschwendet.... Mist, die Fenster waren aufgrund des Wetters (ihr erinnert euch: Es war viiiiiel zu kalt) immer noch nicht geputzt, die Balkonkübel immer noch nicht bepflanzt und die Balkonmöbel weder aus dem Keller geholt, noch abgestaubt. Oh je, so hatte ich mir das aber nicht vorgestellt. In meinen Gedanken und Träumereien stand ich immer lachend mit meinen Freunden draußen auf dem Balkon- umringt von schönen Blumen und in der Hand ein Glas Bowle.

Zurück in der Realität kam ich dagegen total schlapp zu Hause an. Der Heimweg war nicht ganz so leicht und unbeschwert wie sonst. Ich hatte vergessen, dass der „Kirchentag“ dieses Jahr in Hamburg stattfand. Und anscheinend waren wirklich ALLE Besucher gemeinsam mit mir in der U Bahn. Später habe ich erfahren, dass die ganzen Leute auf dem Weg zu einem riesigen Konzert im Stadtpark unterwegs waren. Kein Wunder bei dem tollen Wetter. Hamburg zeigte sich in der letzten Woche von seiner schönsten Seite. Und kurz vor dem Wochenende wurde es dazu auch noch sehr mild. Also auch beste Voraussetzungen für unsere Maibowle.

Vor lauter Panik, dass ich das alles nicht schaffen würde, habe ich mein Gepäck einfach  fallen lassen und bin einkaufen gegangen. In der Einladung hatten wir ja nicht nur die „Maibowle“ angekündigt, sondern auch die „Maibolo“. Meiner Meinung nach muss man nach Bowle und Kuchen unbedingt etwas Herzhaftes essen, zum Beispiel eine Bolognese. Aber die macht sich bekanntlich nicht von allein, sondern braucht Zeit.  Die hatte ich allerdings nicht. Irgendwie hat es aber doch geklappt und nach stundenlanger Schnipfelarbeit stand die Bolognese auf dem Herd und köchelte vor sich hin. Ich dagegen lag fix und alle auf der Couch.

Genau an diesem Wochenende kam mir mein Rhythmus von N24 zugute. Genau jetzt wusste ich mal wieder, wofür das frühe Aufstehen gut sein konnte. Ich hatte so viel vor, dass ich es niemals geschafft hätte, wenn ich ein Langschläfer wäre. Ich wachte also Samstagmorgen, ganz ohne Wecker das erste Mal pünktlich um 4.30 Uhr auf. Ok, ich gebe es zu: Ich drehte mich dann natürlich noch mal um. Man möge es mir verzeihen. Gegen 6.30 Uhr bin ich dann aber munter aus den Federn gehüpft. Beim Fensterputzen macht man ja zum Glück keinen Lärm, also erledigte ich das gleich als erstes. Wenigstens sehe ich jetzt, dass die Blätter an den Bäumen auf der gegenüberliegenden Straßenseite wirklich grün sind- und nicht grüngrau! Noch ein toller Tipp für Frühaufsteher: Auf den Markt gehen. Da ist ganz früh morgens nur wenig los, und man kann alles ganz in Ruhe aussuchen. Außerdem haben die Standinhaber dann auch immer noch Zeit für einen netten Plausch. Eine wunderbare Abwechslung zum stummen "Guten Tag" und "Tschüß" Einkauf bei Großmärkten. Das Piepen der Kasse wird zum Vogelgezwitscher und die Supermarkt-Klimaanlagen-Luft wird zum frischen Kaffeeduft, vermischt mit Blumen und frisch Gebackenem. Ein Fest für die Sinne!  Also machte ich mich auf zum Wochenmarkt, ich brauchte ja noch Blumen für den Balkon und und und.

Um das Wichtigste bei unserer Party hat sich allerdings meine Freundin gekümmert: Die Maibowle!!! Sie hat alles besorgt und gemeinsam haben wir sie dann „angerührt“. Diese Bowle kann ich nur wärmstens empfehlen, denn sie passt so unglaublich gut zum Frühling. Herrlich frisch, nicht zu stark und nicht zu süß. Selbst die männlichen Gäste waren wirklich angetan. Tja und letztendlich war es dann doch genau so wie in meiner Fantasie: Das Wetter war fantastisch und die Stimmung super. Was wir an diesem Nachmittag in Litern an Bowle vertilgt haben, möchte ich hier lieber nicht schreiben. Ich sage nur so viel: Von der Bolognese war abends um 21 Uhr kein Krümelchen mehr übrig und auch alle Chips Vorräte waren geplündert. Alles in allem eine absolut grandiose Bowle- Party!

 
Viel Spaß beim nachmachen,
Eure Anneke

Maibowle Rezept:

 
4 Liter Weißwein (z.B. Regaleali)
2 Liter Sekt oder Crémant
200 Gramm Zucker
1 gefrorene Orange (in Scheiben geschnitten)
1 Bund Maikraut (oder Waldmeister. Ganz wichtig: über Nacht trocknen lassen!!!! Man darf das Kraut nicht frisch in die Bowle hängen)
Eiswürfel (je nach Belieben)
Weißwein und Zucker mischen und gut verrühren. Danach das Maikraut in die Bowle hängen. Kann man gut an einem Kochlöffel befestigen und diesen dann quer über die Schüssel legen. Die Stiele des Krauts sollten nicht in der Bowle sein. Das Kraut nach einer 30- 45 Minuten unbedingt wieder rausholen. Kurz bevor die Gäste kommen Crémant oder Sekt dazu gießen und die gefrorenen Orangenscheiben in die Bowle werfen. Wie immer gilt: Je besser der Wein (oder Sekt), desto besser der Geschmack! Also auch weniger Kopfschmerzen am nächsten Tag.