Silvester in Hamburg
Steuerunterlagen ordnen, Wohnung putzen, Wäsche waschen, das sind doch alles Sachen, die man sonst auch machen muss. Und Geschenke kaufen allein kann doch wohl nicht soo viel Zeit zusätzlich kosten. Oder doch?
 
 
Vielleicht möchten die meisten von uns aber auch einfach nur das Gefühl haben, an nichts anderes mehr denken zu müssen und sich vollkommen auf Familie und Freunde konzentrieren zu können. Endlich mal keine E-Mails beantworten, keine Anrufe annehmen oder den Briefkasten leeren. Zumindest waren es genau diese Dinge, die ich bei Gesprächen mit meinen Freunden raus gehört habe. Das alles bringt uns in weihnachtliche Stimmung. Das und die winterlichen Wetterverhältnisse. Eigentlich....
 

Fangen wir im Süden an. Was war denn da bitte los? Knapp 20 Grad in Bayern und Baden- Württemberg!!!! Das war Rekord. An Heiligabend hatte es auf Facebook ja nur so gewimmelt von lachenden, im Garten frühstückenden Menschen. Und wer den „im Regen sitzenden“ Norddeutschen noch richtig Salz in die Wunde streuen wollte, der hat das ganze noch im Bikini oder in Badeshorts getan. Schönen Dank dafür!! Und komischerweise sind dann auch viele Rufe nach der „Weißen Weihnacht“ ausgeblieben. Normalerweise fordert dies der Süddeutsche doch mehr als der Rest der Republik.
 

Vielleicht ist es ja auf die besinnliche Stimmung zurückzuführen, dass sich kaum einer geärgert hat. Vielleicht aber auch darauf, dass es einfach nur gut tut, endlich mal wieder Sonne zu tanken und man deshalb gar keine schlechte Laune haben KANN! Und die Vitamin D Speicher, die zu dieser Jahreszeit langsam leer sind, kann man somit gleich wieder auffüllen.
 

Der Pegel meines Vitamin D Speichers hingegen befindet sich mittlerweile gefühlt auf Fußsohlenhöhe, denn das Hamburger Wetter hat sich wieder mal von einer seiner „besten“ Seiten gezeigt. Ähnlich sah es im Osten aus. Temperaturmäßig hat es sich zwar „weihnachtlicher“ angefühlt, aber ganz ehrlich? Lieber Sonne, 20 Grad und annähernd karibisches Flair auf Balkonien, als dieses Trauerspiel. Regen, Nieselregen, Schauer und grau, grau, grau. Das Gute daran: Man fühlt sich unglaublich aktiv, wenn man nur mal einen Spaziergang macht. Ich merke, dass gerade die sonnenverwöhnte Ex-Münchnerin in mir hoch kommt. Naja, aber zumindest schmecken die ganzen weihnachtlichen Leckereien bei dem Schmuddelwetter viel besser. Fazit: Wettertechnisch gab es in Deutschland wirklich kein einheitliches Weihnachten 2012, und ich vermute der Norden hat dadurch etwas mehr auf den Hüften.
 

Zu Silvester sind milde Temperaturen (zumindest für Frauen) eigentlich gar nicht so schlecht. Endlich kann Frau anziehen was sie will und muss keinen Gedanken daran verschwenden, dass die Füße erst taub und irgendwann zu Eisklumpen werden. Zum schönen Cocktailkleid werden somit die passenden High Heels und nicht die klobigen Stiefel kombiniert (und Frau braucht auch keine riesengroße Handtasche, um dort das zweite paar Schuhe zu verstauen). Den Vertretern der männlichen Fraktion sind solche Probleme glaube ich überhaupt nicht bewusst.

Ich habe Silvester in Hamburg verbracht. Letztes Jahr wollte ich unbedingt das Feuerwerk im Hafen sehen, schließlich war es mein erstes Silvester in der neuen Heimat. Davon habe ich auf den Landungsbrücken allerdings nichts gesehen. Das Wetter und somit auch die Sicht waren einfach zu schlecht. Das tolle Feuerwerk ist mir entgangen, aber dafür habe ich gesehen, wie ein Böller in den Haaren einer Frau gelandet ist und dort Feuer gefangen hat (es ist nichts Schlimmes passiert, wir Umstehenden sind sofort zu ihr geeilt und haben mit Sekt gelöscht). Aus diesem Grund habe ich beschlossen, den Hafen 2012 zu meiden...und eigentlich auch alle anderen großen Plätze. Ich hab einfach zu viel Angst vor den Knallern und wenn ich noch nicht mal etwas sehen kann, dann lohnt sich der psychische Stress für mich einfach nicht. Und siehe da: Das Wetter war auch dieses Jahr nicht berauschend. Es hat geregnet! Für mich der perfekte Grund, das Feuerwerk von meinem Balkon aus zu betrachten. Mit einem  seligen Lächeln im Gesicht und ohne Stress!
 

Und das Wetter hat, glaube ich, keinen davon abgehalten, gut gelaunt und glücklich ins neue Jahr zu starten!
 

Auf eine Schönes 2013!
Eure Anneke