Berge, Ski, Sonne
Die Weihnachtsferien nahen und damit geht es für viele von uns bald zum Skifahren. Doch eine Sache, an die wir im Sommerurlaub wie selbstverständlich denken, wird im Winterurlaub gerne vergessen: der Sonnenschutz. Dabei ist der Schutz vor der schädlichen UV-Strahlung im Winter erst recht wichtig und das hat mehrere Gründe.
 
Zum einen liegt es daran, dass unsere Haut in der kalten Jahreszeit nicht mehr so an Sonne gewöhnt ist, wie das im Sommer der Fall ist. Zum anderen spielen natürlich auch die zusätzlichen Höhenmeter eine entscheidende Rolle. In den Bergen befinden wir uns - einfach erklärt - näher an der Sonne und bekommen so einfach mehr Strahlung ab.
 
Im Detail sieht das so aus: Neben dem für uns sichtbaren Licht bestehen Sonnenstrahlen auch noch aus Infrarotstrahlung, die wir als Wärme wahrnehmen, und Ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung). Diese können wir zwar nicht sehen, jedoch hat diese Art von Strahlung starke Wirkungen auf Haut und Augen. Die UV-Strahlung an sich wird nochmal unterteilt in UV-A, UV-B und UV-C (je nach Wellenlänge) und je nach Wellenlänge wird die UV-Strahlung mehr oder weniger stark von der Atmosphäre absorbiert: Die UV-C-Strahlung gelangt gar nicht auf die Erdoberfläche, denn sie wird von der Ozonschicht absorbiert (deswegen ist es auch so schlimm, wenn es Ozonlöcher gibt – aber das ist ein anderes Thema). Die UV-B-Strahlen werden teilweise zwar noch absorbiert, jedoch steigt der Anteil der UV-Strahlen, die unsere Hautoberfläche erreichen, mit jedem Höhenmeter. Und diese Art von Strahlung ist für den Sonnenbrand verantwortlich. Noch schädlicher ist aber die UV-A-Strahlung. Sie ist für die vorzeitige Hautalterung und für die Bildung freier Radikale verantwortlich, und damit schließlich für die Entstehung von Hautkrebs. Auch die Intensität dieser Strahlung steigt mit zunehmender Höhe. Als Faustregel gilt: Die gesamte UV-Belastung steigt pro 1000 Höhenmeter um 15%.
 
Aber das ist noch nicht alles. Es gibt einen weiteren Grund, warum die Strahlung in den Bergen stärker und damit auch gefährlicher ist - als z.B. am Strand oder im Grünen - die Reflexion. Das Phänomen kennen wir sicher auch vom „Flachland“, wenn wir aus einem eher dunklen Raum raus in die verschneite Winterlandschaft gehen. Es ist sehr hell und tut in den Augen fast schon weh. (Zumindest mir geht das oft so!) Frischer Schnee hat nämlich eine sehr hohe Albedo von 0,80 bis 0,90 d.h. 80 bis 90 Prozent der Strahlen werden reflektiert.  Dies gilt auch bei dichter Bewölkung. Bei „altem“ Schnee kommt es auf den Grad seiner Verschmutzung an, je nachdem liegt die Albedo hier zwischen 0,45 und 0,90. Im Vergleich dazu reflektieren z.B. Grasflächen deutlich weniger als Schnee, hier liegt die Albedo nur bei rund 0,20.
 
Deswegen ist Sonnenschutz, besonders in den schneebedeckten Bergen, für die Augen ein Muss. Aber das steht für die meisten Wintersportler, die schnell unterwegs sind, eh nicht zur Debatte. Ober habt ihr schon mal versucht länger ohne Skibrille den Berg runterzufahren? Ich kann euch sagen, das ist kein Spaß! Aber wir sollten eben auch bei ruhigen Aktivitäten auf eine Ski- oder zumindest Sonnenbrille nicht verzichten, da wir aufgrund der erhöhten UV-Strahlung in der Höhe bei Schnee ansonsten einen Sonnenbrand auf der Hornhaut riskieren. Bekannt ist diese Krankheit auch als „Schneeblindheit“. Die Augen brennen, tränen und sind gerötet und in schlimmsten Fällen sind sogar chronische Schäden der Bindehaut möglich.
 
Auch unsere Haut gehört wegen der vorhergenannten Gründe geschützt, auch wenn nicht viel von ihr beim Wintersport zu sehen ist. Aber
Sonnenbaden, Berge, Sonne, Schnee (dapd)
Sonnenbaden in den Bergen (dapd
wir wollen ja schließlich nicht beim Apres Ski mit einem roten Gesicht feiern müssen :) Deswegen empfehle ich Euch spezielle Sonnencremes für den Winter. Die haben an sich schon einen relativ hohen Schutzfaktor (LSF 25) und zusätzlich ist auch ein Kälteschutz integriert. Eine leichte Tagescreme oder die Sonnencreme vom Sommerurlaub sind da auf keinen Fall geeignet! Denn sie bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und dieses Wasser könnte auf der Haut festgefrieren. Stelle ich mir nicht so angenehm vor… Dasselbe gilt natürlich auch für die Lippen. Auch hier gibt es in den meisten Drogerien spezielle „Alpin“-Lippenstifte, die Sonne- und Kälteschutz integriert haben.
 
Es ist also gar nicht so schwer sich vor der Höhensonne zu schützen. Und mit den richtigen Mittelchen und Sonnenbrillen steht einem Sonnenbad nichts mehr im Wege. Eventuell können wir sogar eine leichte Sommerbräune aus dem Winterurlaub mit nach Hause nehmen ;)