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Viel fürchten sich vor Wespen (Bild: ddp)

Wenn Hornissen, Bienen und Wespen im Garten einfallen, ist die Panik oft groß. Was tun, wenn sich die Insekten im heimischen Birnbaum oder im Rollladenkasten einnisten? Die Ängste der Haus- und Gartenbesitzer sind meist unbegründet.

Hornissen sind wegen ihrer Größe und lauten Fluggeräusche besonders gefürchtet, dabei sind die Tiere friedfertig und scheuer als Honigbienen. Honigbienen (bräunliche Färbung mit hellen Streifen) fliegen im Frühjahr zuweilen schlagartig zu Tausenden im Garten ein und versammeln sich als Schwarmtraube an einem Ast. Einzelne Bienen kundschaften die Gegend nach einem Platz für eine neue Bleibe aus. Ist dieser gefunden, lotsen sie ein komplettes Volk samt Königin herbei. Rat in diesem Fall: Die Tiere in Ruhe lassen und einen Imker um Hilfe bitten. Dieser fängt das Volk und bringt es an einen geeigneten Ort.

Wespen und Hornissen (Färbung: gelb-schwarz) machen sich hingegen Schritt für Schritt - und damit zunächst weniger auffällig als Bienen - im Garten breit. Der Grund: Bei ihnen legt jeweils eine einzelne Königin den Grundstock für ein ganzes Volk. So gründet etwa eine Hornissen-Jungkönigin im Frühjahr ihr Nest. Den Entwicklungshöhepunkt erreicht das Hornissenvolk mit rund 400 bis 700 Tieren Mitte August und Mitte September. Da es an natürlichen Nisthöhlen fehlt, siedeln sich die Insekten manchmal in Vogelnistkästen oder Hohlräumen wie Rollladenkästen an. Wird der gewählte Standort zu klein, errichten sie ein zweites Quartier in der Nähe.

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Horror für Allergiker: Hornissen sind die größten Faltenwespen (Bild: ddp)

Da Honig- und Wildbienen für die Bestäubung der Pflanzen sorgen, sind sie bei Gärtnern besonders geschätzt. Mancherorts gibt es jedoch bereits Engpässe, da zu wenige Bienenvölker existieren. Aber auch Hornissen und Wespen sind nützliche Helfer: Sie vertilgen eine Vielzahl für den Menschen oft lästiger Insekten wie Fliegen oder Bremsen: Ein großes Hornissenvolk kann an einem einzigen Tag ein halbes Kilo an seine Brut verfüttern - das entspricht dem Tagesbedarf von fünf bis sechs Meisenfamilien.

Ob nun Biene, Wespe oder Hornisse - der beste Schutz ist, Ruhe zu bewahren. Wer die Tiere nicht stört, den stechen sie in der Regel nicht. Grundsätzlich sollte man sich Nestern oder Schwärmen nur vorsichtig nähern (Schutzradius: zwei bis drei Meter), auf keinen Fall in ihnen herumstochern und die Flugbahnen der Tiere nicht stören.

Wer sich für das Überleben der Tiere einsetzen will, sollte spezielle Nisthilfen im Garten anbieten. Haben sich die Tiere an einer kritischen Stelle einquartiert, genügt es oft, das Nest abzusichern: etwa durch einen Fliegendraht im Bereich von Gebäuden (zum Innenraum hin) oder durch einfache Zäune oder Sichtblenden in der Nähe belebter Plätze (im Umkreis von vier bis fünf Metern). Bei Nestern in hohlen Bäumen lässt sich die Flugrichtung ändern, indem ein Experte auf der anderen Stammseite in gleicher Höhe ein neues Einflugloch bohrt und das alte verschließt.

Wer ein Nest umsiedeln will, sollte die örtliche Landschaftsbehörde informieren. Grund: Hornissen sowie einzelne Wildbienen- und Wespenarten stehen unter Naturschutz. Ein Hornissennest darf nicht ohne Genehmigung entfernt werden. Wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die entsprechende Vorschrift verstößt, muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen. Einige Wespenarten siedeln gern in Erdlöchern. Hier hilft oft bereits eine weiträumige Absperrung. Sollte das nicht reichen kann man einen Schädlingsbekämpfer einschalten.