Als Bronchitis bezeichnet eine akute Entzündung der Bronchien, die mit den Symptomen Husten und vermehrter Bronchialschleimbildung einhergeht.

Was machen die Bronchien eigentlich?

Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, darunter befinden sich die Bronchien. Die Bronchien haben jeweils eine Hauptbronchie, die sich im oberen Teil der Brusthöhle befindet. Jede Hauptbronchie führt durch den jeweiligen Lungenflügel und verzweigt sich in immer kleiner werdende Bronchien auf, wie die Verästelungen eines Baumes. Die verzweigten Bronchien enden schließlich in den Lungenbläschen, die von winzigen Blutgefässen umspannt sind. Die Lungenbläschen haben so dünne Wände, dass der Sauerstoff aus den Bläschen ins Blut gelangen kann und so kommt auch das Kohlendioxid wieder hinein, welches beim nächsten Atemzug wieder ausgeatmet wird. Durch die Lungenflügel wird die Luft also in die Bronchien verteilt und dann durch die Lungenbläschen ins Blut abgegeben.

Bronchitis ist nicht gleich Bronchitis. Man unterscheidet zwischen der akuten und chronischen Bronchitis.

Akute Bronchitis

Akute Bronchitis ist eine Entzündung der Atemwege und wird zumeist von Viren, seltener durch Bakterien verursacht. Auch chemische und mechanische Reizstoffe können die Krankheit verursachen. Luftverunreinigungen durch Schwefeldioxid, Stickoxide, Stäube oder Belastungen der Atemluft durch Ozon und Feinstaub gelten ebenfalls als Verursacher der akuten Bronchitis. Oft geht der akuten Bronchitis eine schwere Erkältung mit Schnupfen voraus. Zum Krankheitsbild gehören einige Tage Fieber, Husten und Auswurf von schleimigem Sekret.

Chronische Bronchitis

Laut einer Definition der Weltgesundheitsorganisation spricht man von chronischer Bronchitis, wenn es bei einem Patienten innerhalb von zwei Jahren mindestens in drei aufeinanderfolgenden Monaten zu Husten und Auswurf kommt.

Die Hauptursache der chronischen Bronchitis ist das Rauchen. Auch nicht ausgeheilte Atemwegsinfekte begünstigen die Entstehung einer chronischen Bronchitis. Längerer Aufenthalt in trockener Luft (beispielsweise in klimatisierten Büros oder auf Langstreckenflügen) kann ebenfalls zu gereizter Schleimhaut in den Bronchien führen, was wiederum Infekte mit Viren oder Bakterien begünstigt.

Die chronische Bronchitis entwickelt sich meist in drei Stufen:

Es beginnt mit einer chronischen, nicht-obstruktiven Bronchitis (nicht-obstruktiv: die Bronchien sind nicht verengt). Es handelt sich um eine einfache chronische Bronchitis mit Husten und Auswurf meist in den Morgenstunden. Der abgehustete Schleim ist klar oder - bei bakterieller Infektion - eitrig. Es besteht in diesem Stadium noch keine Atemnot.

Das zweite Stadium, die chronisch obstruktive Bronchitis, geht mit einer Verengung der Bronchien einher (Obstruktion=Verengung). Die Patienten leiden neben den per Definition geforderten Hustenattacken zusätzlich an Luftnot, insbesondere bei körperlicher Belastung, und Leistungsabfall.

Im dritten Stadium kommen zu den Symptomen des zweiten Stadiums noch Spätkomplikationen wie Lungenemphysem (irreversible Überblähung der Lungen), ungenügende Sauerstoffversorgung des Organismus und Schädigung des Herzens. Letzteres geschieht, weil das Herz Blut zum Sauerstoffaustausch in die Lunge pumpen muss. Bei Verengung der Bronchien kommt es auch zu einer Engstellung der Lungengefäße, so dass sich der Blutdruck im Lungenkreislauf erhöht. Muss das Herz nun über eine lange Zeit gegen einen erhöhten Widerstand pumpen, kann es zu Veränderungen des Herzmuskels mit Herzschwäche kommen.

Was tun bei Bronchitis?Die Therapie der akuten Bronchitis besteht in der Einnahme schleimlösender Mittel, zur Bekämpfung des Hustenreizes stehen medikamentöse Hustenstiller zur Verfügung. Eine normale akute Bronchitis heilt fast immer in 2 bis 4 Wochen vollständig aus. Basis der Behandlung der chronischen Bronchitis ist die Einstellung des Rauchens. Wenn die Auslöser unter Kontrolle sind, hat eine medikamentöse Therapie eine gute Chancen auf Erfolg. Der Arzt wird in erster Linie schleimlösende Medikamente einsetzen. Sie helfen, den Schleim zu verflüssigen. Unter bestimmten Voraussetzungen wird er auch auf ein Antibiotikum nicht verzichten wollen oder Bronchien erweiternde Präparate einsetzen. Der Arzt wird gemeinsam mit dem Betroffenen die geeignete Therapie besprechen.

Also ganz wichtig:

Aufhören zu rauchen
Schadstoffbeladene Atemluft meiden
Immunsystem stärken (Sport)