Temperaturempfinden ist subjektiv, denn der Wärmehaushalt des Menschen reagiert nicht nur mit der Lufttemperatur. Wichtig sind auch die Windgeschwindigkeit, die Feuchte und die Wärmestrahlung der Atmosphäre.

Daneben ist auch noch entscheidend, ob man sich bei sonst identischen meteorologischen Bedingungen im Freien körperlich hart arbeitet oder ruhig im Schatten sitzt.

Der Mensch passt sich über die Variation seiner Bekleidung im Jahresgang weitgehend an die thermischen Umgebungsbedingungen an. Während einer großen Zahl von Tagen im Jahr kann so optimale Behaglichkeit erreicht werden. Wärmebelastung trotz Sommerkleidung und Kältereiz trotz Winterkleidung liegen vor, wenn bestimmte Schwellen überschritten werden.

Die Thermoregulationsmechanismen des Organismus werden dann zunehmend gefordert. Die damit verbundene Veränderung der Durchblutung mit verstärktem Schwitzen bei Wärme bzw. Erhöhung des Energieumsatzes, z. B. durch Zittern bei Kälte, weisen auf die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmung hin.

Anhand der gefühlten Temperatur ist in der Tabelle nach bestimmten Richtlinien eine physiologisch gerechte Bewertung des thermischen Empfindens umgesetzt. (PMV-Index=Predicted Mean Vote = Index für das persönliche Wohlbefinden)

PMV-Index Gefühlte Temperatur, °C Thermisches Empfinden Thermophysiologische Beanspruchung
+4 über +38 sehr heiß extreme Wärmebelastung
+3 +32 bis +38 heiß starke Wärmebelastung
+2 +26 bis +32 warm mäßige Wärmebelastung
+1 +20 bis +26 leicht warm schwache Wärmebelastung
0 0 bis +20 Komfort möglich
-1 0 bis -13 leicht kühl schwacher Kältestress
-2 -13 bis -26 kühl mäßiger Kältestress
-3 -26 bis -39 kalt starker Kältestress
-4 unter -39 sehr kalt extremer Kältestress