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(Bild ddp) Zuviel Sonne führt
zu Sonnenbrand
Unter natürlichen Bedingungen entsteht Sonnenbrand (Dermatitis solaris) hauptsächlich durch die Wirkung von UVB-Strahlung. Ein Sonnenbrand tritt typischerweise 4-6 Stunden nach dem Sonnenbad auf und erreicht seinen Höhepunkt nach 12-36 Stunden. Zellkerne werden durch die Strahlung zerstört oder verändert. Hierbei setzt eine flächenhafte Rötung, evtl. auch Schwellung oder Blasenbildung, Schmerzen und Juckreiz ein. Die Gefäße sind erweitert und sauerstoffreiches Blut wird zu den geschädigten Zellen gebracht. Im Rahmen eines Sonnenbrandes im Gesicht können auch Beschwerden an den Augen, z. B. an Binde- oder Hornhaut, hinzukommen. Damit ähneln die möglichen Krankheitszeichen eines Sonnenbrandes denen einer Verbrennung. Werden diese Schäden nicht durch zelleigene Reparatursysteme behoben, so sterben die Zellen ab und die Haut pellt sich. Schwerwiegender als das Absterben einzelner Zellen ist für den Organismus ein nicht oder falsch reparierter UV-Schaden im Erbgut. Er wird an die Tochterzelle vererbt und kann zu Mutationen führen, die Hautkrebs zur Folge haben können.

Einstufung der Schweregrade

Die Hautveränderungen sind in der Regel scharf begrenzt und betreffen nur diejenigen Hautareale, die der UV-Strahlung ausgesetzt waren. Ähnlich wie bei der Verbrennung werden beim Sonnenbrand drei Schweregrade unterschieden.

1. Bei einem Sonnenbrand Grad 1 treten in den der UV-Strahlung ausgesetzten Hautarealen Rötung, Schwellung und Überwärmung mit Hitzegefühl auf. Besonders quälend ist der brennende Schmerz, der eventuell auch mit Juckreiz kombiniert sein kann.

2. Bei einem Sonnenbrand Grad 2 treten dieselben Krankheitszeichen auf wie bei einem Sonnenbrand Grad 1. Außerdem kommt eine Blasenbildung hinzu. Nach dem Zerplatzen hinterlassen die Blasen oberflächliche Defekte der Oberhaut (Erosionen), die stark nässen können. Das Eintrocknen des Wundsekrets führt zur Bildung gelblicher Krusten.
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(Bild ddp) Besser vorher eincremen

Behandlung beim Sonnenbrand

Gegen den Schmerz und das Hitzegefühl bei einem Sonnenbrand ersten Grades sind kühlende feuchte Umschläge gut wirksam. Auch wirkstofffreie Lotionen oder Gele können den Schmerz und das Hitzegefühl lindern. Glukokortikoide (Kortison-Präparate) zur äußerlichen Anwendung können die Abheilung der entzündlichen Veränderungen beschleunigen. Diese müssen allerdings vom Arzt verordnet werden. Nach Abheilung ist die Haut noch trocken und schuppig. Daher sollten die zuvor vom Sonnenbrand betroffenen Hautareale zweimal täglich mit einer rückfettenden Creme oder Lotion nachbehandelt werden. Hilfreich können auch leichte Produkte mit Wirkstoffen wie Aloe Vera, Hamamelis (Kamille) oder Panthenol sein.

Ein Sonnenbrand zweiten Grades sollte vom Arzt behandelt werden. Wenn die Brandblasen ein ausgeprägtes Spannungsgefühl verursachen, kann der Hautarzt den Blaseninhalt unter Umständen mit einer sterilen Spritze abpunktieren (abziehen). Anschließend kann ein steriler Verband angelegt werden. Das Blasendach, das heißt die abgehobene Oberhaut, sollte nicht entfernt werden, da es nämlich die darunter liegenden gesunden Hautschichten vor Infektionen beschützt. Ansonsten können bei einem Sonnenbrand zweiten Grades ähnlich wie bei einem Sonnenbrand ersten Grades kühlende feuchte Umschläge und/oder wirkstofffreie Lotionen oder Gele den Schmerz und das Hitzegefühl lindern.

Wenn ein Sonnenbrand zweiten Grades mehr als 50 Prozent der Körperoberfläche einnimmt, sollte über eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus nachgedacht werden