gewitter03.jpg

a. Die spezifische Wirkung der Sonnenstrahlung

Die von der Sonne ausgehende Strahlung kann den Organismus spezifisch beeinflussen, sei es die Hautfunktion, den Blutkreislauf, die Blutzusammensetzung, die Atmung oder das Nervensystem. Die direkte Strahlung wird zum Teil durch die Erdatmosphäre gestreut und reflektiert. Was davon die Erdoberfläche erreicht, kann in kurz- und langwellige Strahlung aufgeteilt werden. Auch ein Teil UV-Strahlung kommt auf der Erde an, das meiste wurde in der Atmosphäre bereits absorbiert. Die Reaktion des Organismus auf Strahlen ist überwiegend physiologischer Natur. Dabei treten zwei Wirkungen auf:

Wirkungen destruktiver Art
Wirkungen photochemischer Art

Beim Ersten werden Zellen durch UV-Strahlung angegriffen und zerstört. Beim Zweiten muss vor allem die photochemische Bildung von Vitamin D genannt werden. Am Interessantesten ist für die Medizin natürlich die Wirkung der UV-Strahlung. Besonders bekannt ist die Hautrötung und anschließende Pigmentierung (Bräunung). Das kann individuell je nach Alter, Rasse und Geschlecht sehr unterschiedlich ausfallen. Japaner zeigen z. B. dieselbe Lichtempfindlichkeit wie dunkelhaarige Mitteleuropäer, Schwarze sind etwa 10 mal unempfindlicher als Weiße.

b. Der thermische Wirkungskomplex

Hier sind Wärmeaustauschvorgänge wichtig, die auf die Wärmebilanz des Körpers wirken. Bestimmt wird dies durch die Lufttemperatur, -feuchte und Wind. In diesem Zusammenhang hat man auch versucht, die mehr subjektiven Begriffe wie „Schwüle“ und „Behaglichkeit“ zu fassen. Insbesondere im Bereich zwischen 25 und 30 Grad und einer Feuchte von 70 bis 90 Prozent konnte gezeigt werden, dass nahezu Übereinstimmung in der Beurteilung von Schwüle vorliegt. Die Wärme und Energiebildung wird im Organismus im wesentlichen durch folgende Faktoren bestimmt:

Nahrungsaufnahme und ihre Oxidation durch Atmung

Erhöhte Wärmeproduktion infolge körperlicher Arbeit

Wärmeaufnahme von außen

c. Der luftchemische Wirkungskomplex

Hier spielen vor allem Schadstoffkonzentrationen eine wichtige Rolle. Die verschiedenen chemischen Komponenten der Luft sind in ihrer physischen Wirkung auf den Organismus nur zu einem kleinen Teil bekannt. Dass sie sich aber auf die Bioklimatologie des Menschen auswirkt, ist bekannt.

d. Der luftelektrische Wirkungskomplex

Neben Gewittererscheinungen ist vor allem die langwellige elektromagnetische Strahlung von Bedeutung, die auch Wände durchdringt. Allerdings ist in diesem Bereich noch vieles Spekulation, daher kann die Klärung der Frage nach einer direkten oder indirekten biologisch-bioklimatologischen Bedeutung der atmosphärisch-elektrischen Vorgänge nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Hingegen liegen über die Wirkung kurzzeitiger Wetteränderungen auf den Organismus bereits gesicherte Erkenntnisse vor.