Schneeglatte Straße
Außerdem waren vier Bahnstrecken gesperrt und der Strom fiel vielerorts aus. Der Wetterdienst verzeichnete Schneehöhen von bis zu 20 Zentimeter, so viel wie noch nie in einem Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen. Der meiste Schnee fiel im Erzgebirge, im Fichtelgebirge und in der Region um Gera. Am Sonntag beruhigte sich die Lage vielerorts.

Die Schneemengen waren für Oktober etwas ganz besonderes. Den höchsten Wert mit 20 Zentimeter erreichte der Ort Geringswalde im Landkreis Mittelsachsen, wie Meteorologin Dorothea Petzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Sonntag sagte. In Chemnitz und Gera fielen 15 Zentimeter Schnee, auf dem Brocken in Sachsen-Anhalt allerdings nur einer. Der Schneefall hörte laut DWD in der Nacht zu Sonntag fast überall auf.

Aufgrund von Straßenglätte und Autos mit Sommerreifen kam es zu zahlreichen, teilweise schweren, Verkehrsunfällen. Die Polizei in Chemnitz zählte zum Beispiel 124 Unfälle mit 17 Verletzten und mehr als 80 Feuerwehreinsätze aufgrund von umgestürzten Bäumen. Einige Bundesstraßen mussten zeitweise gesperrt werden. Im Bereich Gera mussten etwa 500 Bäume von Straßen geräumt werden. Die Polizei in Zwickau verzeichnete 70 wetterbedingte Unfälle. Die Lage auf den Straßen beruhigte sich allerdings in der Nacht zu Sonntag, sodass es laut Polizei am Sonntag kaum Probleme gab. Die meisten Verkehrsunfälle ereigneten sich am Samstag.

Noch Stromaggregate im Einsatz

Auch der Bahnverkehr wurde in Mitteldeutschland vom Schnee beeinträchtigt. Laut Bahnsprecher mussten vier Strecken wegen umgestürzter Bäume und herabhängender Äste am Samstag gesperrt werden. Zwischen Weimar und Schmölln, Probstzella und Saalfeld sowie Bischofsroda und Bautzen konnten die Züge am Sonntag wieder fahren. Auf der Strecke zwischen Nossen und Döbeln hielten die Aufräumarbeiten mit noch unbestimmtem Ende an. Busse brachten die Reisenden derweil ans Ziel.

E.on setzte noch am Sonntag in Thüringen elf Notstromaggregate und eine sogenannte Netzersatzanlage für die Energieversorgung im Freistaat ein. Es habe von Samstag bis Sonntagmorgen aufgrund von Schneelast, umgefallener Bäume und abgebrochener Äste rund 50 Ausfälle im Stromnetz von E.on Thüringen gegeben, teilte ein Sprecher des Versorgers in Erfurt mit. Betroffen waren vor allem die Landkreise Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla, Saale-Holzland sowie der Landkreis Greiz. Vereinzelte Stromausfälle gab es auch in der Region Hildburghausen. Die volle Versorgung konnte, bis auf drei Einzelkunden, in der Nacht zu Sonntag wieder hergestellt werden. Die Reparatur- und Aufräumarbeiten dauerten den ganzen Sonntag an.