Berge und Maschine - herrlich!

Die magische "04" rechts oben auf dem Saisonkennzeichen markiert zum April für viele Motorradfahrer den Start in den Frühling. Der allerdings sollte gut vorbereitet sein. Entsprechend stehen einige Test auf dem Programm - für Maschine und Mensch. "Grundsätzlich sollte man langsam anfangen und zunächst kürzere Touren planen, denn Motorradfahren ist auch eine Frage der Kondition", sagt Cathrin von der Heide vom AvD in Frankfurt am Main.

"Für die Maschine sind neben dem Batteriecheck ein paar technische und kosmetische Handgriffe notwendig, um das Motorrad fit für die neue Saison zu machen", rät Steffan Kerbl, Techniker des österreichischen Autoclubs ÖAMTC in Wien. "Überlebenswichtig ist der einwandfreie Zustand von Reifen und Bremsen", mahnt Hans-Ulrich Sander, Motorrad-Experte bei TÜV Rheinland und selbst passionierter Motorradfahrer.

So sollte das Profil der Gummis deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen (1,6 Millimeter) liegen. Der Zustand der Pneus lässt sich am besten bei aufgebockter Maschine untersuchen. Dabei die Räder langsam von Hand drehen und nachsehen, ob Risse, poröse Stellen oder eingefahrene Gegenstände einen Wechsel notwendig machen. "Fabrikneue Reifen müssen in der Regel vorsichtig eingefahren werden, bis sie genügend Grip aufgebaut haben", sagt Sander. Wichtig für die Fahrstabilität sei, den korrekten Luftdruck am kalten Reifen zu kontrollieren.

Der Bremsanlage kommt als eine Art Lebensversicherung eine zentrale Bedeutung zu. "Nach der langen Winterpause empfiehlt sich eine Probefahrt, bei der man auf einem wenig befahrenen Straßenabschnitt vorbeugend die Bremswirkung testen sollte. Hand- und Fußbremse sollten gleichmäßig und ordentlich dosierbar zupacken", sagt ÖAMTC-Fachmann Kerbl.

Sein Kollege Sander vom TÜV rät: "Die Bremsscheiben nach der Winterpause mit speziellen Reinigern aus dem Fachhandel säubern. Außerdem Beläge und Klötze auf ausreichende Stärke kontrollieren." Bei Trommelbremsen zeige eine Skala am Gehäuse an, ob die Belagstärke noch in Ordnung sei.

Die Bremsflüssigkeit unterliegt aufgrund ihrer Zusammensetzung einem Alterungsprozess, und so sollte sie alle zwei Jahre gewechselt werden. Wer sie länger nutzt, kann im Ernstfall Bremsprobleme bekommen. "Die Bremsleitungen und -schläuche müssen absolut dicht sein und dürfen keine Risse oder Scheuerstellen aufweisen", betont Sander.

Auch den Motorölstand sollte in Augenschein genommen werden. Die meisten Hersteller empfehlen zudem jährlich einen Ölwechsel. Die Kontrolle von Kühlmittel und Hydraulikflüssigkeit gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm zum Saisonstart.

Die Antriebskette muss stets mit ausreichend Schmierstoff versorgt sein. Auch auf die richtige Spannung ist zu achten. Dabei gilt die Faustregel: Die Kette sollte sich rund zwei Fingerbreit auf und ab bewegen lassen. Zudem muss die Funktion von Blinker, Licht und Hupe geprüft werden.

Tadellos sollte bei der ersten Saisonausfahrt auch die Ausrüstung sein. Nach Beobachtungen von Fachleuten und Polizei vernachlässigen immer wieder Motorradfahrer die Anforderungen an eine sichere Montur. "Der Schutzhelm alleine genügt nicht; spezielle Jacken und Hosen beispielsweise Kombinationen mit Protektoren gehören zur persönlichen Sicherheit ebenso dazu wie Motorradstiefel und wärmende Unterbekleidung inklusive Nierenschutz", mahnt Sander.