Krokuswiese März
"Das ist der mit Abstand wärmste Heiligabend seit Beginn der Aufzeichnungen", sagte Meteorologe Jens Winninghoff. Viele Münchner nutzten das gute Wetter, um noch Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Die Christkindlmärkte waren gut besucht. Viele Straßencafés und mehrere Biergärten hatten geöffnet.

Der DWD-Meteorologe betonte jedoch, dass es sich bei der Messstation an der Ludwig-Maximilians-Universität nicht um eine DWD-Einrichtung handele. Die offizielle DWD-Station am Olympiapark habe nur ein Maximum von 16,2 Grad verzeichnet, sagte Winninghoff. Dennoch schätze er den Wert von 20,7 Grad, der gegen 13.00 Uhr gemessen worden sei, als realistisch ein.

Der offizielle DWD-Messrekord lag in Freiburg in Baden-Württemberg. Dort wurden um die Mittagszeit 18,5 Grad gemessen.

Nach ergiebigen Niederschlägen und Schneeschmelze am Wochenende führen viele Flüsse vor allem im Süden und Westen weiter Hochwasser. Am Rhein werde sich die Hochwasserlage in den kommenden Tagen weiter verschärfen, kündigte ein Sprecher der Kölner Hochwasserschutzzentrale an. Für den ersten Weihnachtstag werde ein Pegel von über acht Metern erwartet. Am frühen Nachmittag lag der Kölner Pegel bei fast 7,50 Metern und stieg rund drei Zentimeter pro Stunde.

Erst ab einem Pegelstand von neun Metern fließe Wasser in die Kölner Altstadt, sagte der Sprecher. Zum Schutz seien bereits mobile Wände aufgestellt worden. Für die Schifffahrt ist bereits ab einem Wasserstand von 8,30 Metern Schluss. Das letzte größere Hochwasser gab es in Köln 2003 mit einem Pegel von 9,71 Metern. Das "Jahrhunderthochwasser" Weihnachten 1995 stieg bis zur Marke von 10,69 Metern.

Auch weiter flussabwärts stiegen am Montag die Pegel. In Düsseldorf kletterte der Wasserstand am Nachmittag auf fast 6,80 Meter. Die erste Hochwassermarke wird dort bei 7,10 Metern erreicht.

Hochwasserlage in Bayern entspannt sich langsam

In Bayern entspannt sich die Hochwasserlage langsam. Zwar seien an Main und Donau noch leicht steigende Wasserstände zu erwarten, an Regnitz und Fränkischer Saale fielen die Pegel aber wieder, teilte der Hochwassernachrichtendienst in Augsburg mit. Dennoch komme es in weiten Teilen Frankens weiter zu Überschwemmungen.

Auch in Rheinland-Pfalz hat sich die Lage teilweise entspannt. Am südlichen Oberrhein und an der Sieg seien die Wasserstände wieder gefallen, teilte das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht in Mainz mit. Die Pegel im Einzugsgebiet der Mosel stagnierten derzeit und dürften über die Weihnachtsfeiertage ebenfalls leicht fallen. Am Mittel- und Niederrhein stiegen die Wasserstände den Angaben zufolge weiter an. Auf dem Rhein bei Maxau in Karlsruhe wurde wegen des Hochwassers die Schifffahrt eingestellt.

Skilifte abgestellt

Im Harz machen derweil die milden Temperaturen den Wintersport nahezu unmöglich. Fast alle Betreiber hatten ihre Skilifte am Montag bereits abgestellt, wie der Harzer Tourismusverband auf seiner Internetseite berichtete.

Die bisher höchste Temperatur an einem Heiligabend war nach offiziellen DWD-Angaben 1983 in Müllheim und Baden-Baden mit 17,8 Grad gemessen worden. Der flächendeckend wärmste Heilige Abend war 1977: Damals wurden an mehr als 100 Stationen über 15 Grad erzielt.