Fitnessstudio
Die Ergebnisse zeigten erstmals, dass Krafttraining auch unabhängig von anderem Sport einem Diabetes Typ 2 vorbeugen könne. Vermutlich sorge die erhöhte Muskelmasse für den positiven Effekt. Das sei vor allem für die Menschen eine gute Nachricht, die aus körperlichen Gründen keine Ausdauersportarten ausüben können, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Archives of Internal Medicine" (doi:10.1001/archinternmed.2012.3138).

"Bisher haben Studien immer wieder belegt, dass Ausdauertraining wichtig für die Vorbeugung der Diabetes Typ 2 ist", berichtet Erstautor Anders Grøntved von der Universität von Süd-Dänemark in Odense. Auch er und seine Kollegen stellten in ihrer Untersuchung fest, dass weniger als eine Stunde Joggen oder schnelles Walken pro Woche das Diabetes-Risiko um 7 Prozent senken, zweieinhalb Stunden pro Woche schon um 52 Prozent. Jetzt zeige sich, dass Krafttraining durchaus eine Alternative sein könne - aber auch eine sinnvolle Ergänzung zu einem solchen Sportprogramm. Denn die Effekte beider Trainingsformen addieren sich zum Teil, wie die Forscher berichten.

Nach Angaben der Wissenschaftler leiden mehr als 346 Millionen Menschen weltweit an der Stoffwechselkrankheit Diabetes Typ 2 -Tendenz steigend. Todesfälle durch diese Krankheit könnten sich nach Prognosen der Weltgesundheitsorganisation WHO von 2005 bis 2030 verdoppeln. Als Risikofaktoren für Diabetes Typ 2 gelten neben einer genetischen Veranlagung vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel.

Für ihre Studie hatten die Forscher die Gesundheits-Daten von 32.002 US-amerikanischen Männern ausgewertet, die von 1990 bis 2008 an einer Langzeitstudie teilgenommen hatten. In deren Rahmen wurden die Teilnehmer in regelmäßigen Abständen unter anderem zu ihren sportlichen Aktivitäten und Ernährungsgewohnheiten befragt und medizinisch untersucht. Für ihre Auswertung klassifizierten die Wissenschaftler die Probanden danach, wie viel Ausdauersport oder Krafttraining sie pro Woche absolvierten: Weniger als 59 Minuten pro Woche, zwischen 60 und 149 Minuten oder aber 150 Minuten und mehr. Männer, die beide Sportarten ausübten, wurden gesondert erfasst. Die Forscher verglichen dann, wie viele Teilnehmer aus jeder Gruppe im Laufe der 18 Jahre an Diabetes Typ 2 erkrankt waren.

Wie die Forscher berichten, entwickelten im Verlauf der Studienperiode insgesamt 2.278 Männer einen Diabetes. Am geringsten war der Anteil dabei unter denjenigen, die mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche Ausdauersport machten: Bei ihnen sank das Diabetesrisiko verglichen mit dem Gesamtdurchschnitt um 52 Prozent.

Aber - und das sei das Neue - auch das Krafttraining wirkte vorbeugend gegen die Stoffwechselerkrankung, berichten die Forscher. Selbst bei den Männern, die weniger als eine Stunde pro Woche an Geräten oder mit Hanteln trainierten, sei das Krankheitsrisiko um zwölf Prozent gesunken. Waren es zwischen 60 und 149 Minuten Training pro Woche, sank das Risiko um 25 Prozent, bei mehr als 150 Minuten um 34 Prozent.

Am effektivsten schützte eine Kombination von Ausdauertraining und Kraftsport, wie die Forscher berichten: Männer, die beides jeweils zweieinhalb Stunden pro Woche ausübten, hatten ein um 59 Prozent gesenktes Diabetesrisiko. Als nächstes müsse nun untersucht werden, ob das Krafttraining auch bei Frauen ähnlich effektiv wirke, schreiben Grøntved und seine Kollegen.