Überflutungen nach Unwetter
 
Auch Bremen und Niedersachsen waren von Starkregen und Sturmböen betroffen. An vielen Orten liefen Keller und Fahrbahnen voll, stürzten Bäume auf Straßen und Schienen oder entstanden Brände durch Blitze. Helfer waren im Dauereinsatz.
  
Wassermassen überall
 
Allein die Feuerwehr in Bochum in Nordrhein-Westfalen zählte bis in die Nacht zum Freitag mehr als 400 Einsätze, einige davon waren dramatisch. So retten die Helfer nach eigenen Angaben eine Rollstuhlfahrerin aus ihrer überfluteten Wohnung und brachten sie mit Verdacht auf Unterkühlung in ein Krankenhaus. Das Technische Hilfswerk (THW) setzte Hochleistungspumpen ein, um gegen die Wassermassen in Gebäuden vorzugehen.
 
Bilder der Verwüstung: Unwetter im Westen und die Nacht auf Freitag
 
 
S-Bahn entgleist
   
In Berlin rückte die Feuerwehr zu etwa 270 Unwettereinsätzen aus. Eine S-Bahn fuhr in einen auf die Gleisen gestürzten Baum. Dabei wurde ein Mensch verletzt. Die übrigen Fahrgäste wurden von der Bundespolizei von der Strecke gebracht. In Bremen gingen bei der Feuerwehr innerhalb kürzester Zeit 100 Notrufe ein. 12 Freiwillige Feuerwehren wurden zur Unwetter-Unterstützung angefordert.
 
 
Brennende Häuser
   
Aus Bayern meldete die Polizei in den Regierungsbezirken Niederbayern und Oberpfalz großräumige Schäden und zahlreiche Einsätze. Blitzeinschläge setzten Häuser in Brand, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Bei Hagelstadt und Abensberg fuhren Züge in umgestürzte Bäume, verletzt wurde niemand. 
   
Mehrere Menschen wurden hingegen bei Unfällen verletzt, weil ihre Fahrzeuge von umherfliegenden Ästen getroffen wurden. Bei Kollnburg erlitt dabei ein Quadfahrer schwere Kopfverletzungen. Auch in Südhessen wüteten Unwetter. Dort gab es sieben Verletzte, weil Bäume auf Autos und Fußgänger stürzten.
   
Im Bahnverkehr gab es auch am Freitag noch erhebliche Behinderungen infolge der Unwetterschäden. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die Fernstrecke Ulm-Augsburg voraussichtlich noch den ganzen Freitag über gesperrt, die Züge müssen deshalb umgeleitet werden.
   
Bereits am Mittwoch und Donnerstag hatte es über Deutschland schwere unwetterartige Gewitter gegeben, vor allem in Norddeutschland. Besonders betroffen war die Stadt Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. Dort brach das Dach eines Supermarkts unter der Last der Regenmassen zusammen, Straßen standen bis zu 1,5 Meter unter Wasser.
Schuld an den Unwettern war eine Kaltfront, die über Deutschland zog und auf schwül-heiße Luftmassen traf. Das führte zu heftigen Gewittern samt Starkregen, Hagel und Sturmböen. Für Freitag ist nach Einschätzung des Deutschem Wetterdiensts (DWD) im Nordwesten weiterhin mit einzelnen Gewittern zu rechnen, die aber nicht mehr so intensiv sind. Insgesamt hat sich die Wetterlage bereits geändert.
 
 
(Quelle: afp/bro/ul/nk)