Klimaanlage im Auto
"Eines der Hauptprobleme besteht darin, dass der reale Kraftstoffverbrauch bei Nutzung einer Klimaanlage dem Autofahrer verborgen bleibt", kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Doch auch das Schiebedach und offene Fenster schlagen sich in der Spritrechnung nieder.
 
Die Autohersteller wiesen den Mehrverbrauch der Klimaanlage nicht aus, und er werde auch bei Verbrauchs- und Klimaschutzauflagen nicht berücksichtigt, sagt Resch. "Dabei ist die Klimaanlage das verbrauchsintensivste Nebenaggregat im Fahrzeug." Resch spricht von "Verbrauchertäuschung" und fordert, "mehr Transparenz und eine Einbeziehung der Nebenaggregate in den Verbrauchszyklus".
 
"Beim Betrieb erhöht sich der Kraftstoffverbrauch des Autos deutlich messbar, im Stadtverkehr sogar um bis zu 30 Prozent. Das kann selbst bei einem Kleinwagen schon bis zu zwei Liter auf 100 Kilometer sein", sagt Eva Lauer, Projektleiterin der Kampagne. Fahrzeugalter, Außentemperatur, Sonneneinstrahlung und die gewünschte Innentemperatur seien ausschlaggebende Faktoren für den Mehrverbrauch. Aber auch das Verhalten des Autofahrers selbst sei entscheidend, ebenso wie die Anlagentechnik. Allerdings reduziere der Einsatz von modernen, elektronisch geregelten Systemen den Benzinmehrverbrauch deutlich.
 
Erste Abhilfe schaffe der richtige Umgang mit der Klimaanlage. Entsprechend sensibilisierte Fahrer könnten schon mit einfachen Maßnahmen wie dem Durchlüften vor Fahrtantritt den Mehrverbrauch ihres Wagens senken und somit Umwelt, Gesundheit und den eigenen Geldbeutel schonen. "Der tatsächliche Spritmehrverbrauch bei Zuschaltung der Klimaanlage lässt sich nicht so einfach beziffern", sagt Hans-Jürgen Götz von der Sachverständigenorganisation GTÜ in Stuttgart. Entsprechende Tests seien zu sehr weit gespannten Ergebnissen von "nicht messbar" bis drei Liter je 100 Kilometer gekommen.
 
Grundsätzlich liege bei Fahrten in der Stadt der Verbrauch aber deutlich höher als auf der Autobahn. Ebenso führten manuelle Klimaanlagen in schwächer motorisierten Kleinwagen zu deutlich höheren Verbrauchswerten als halb- oder vollautomatische Klimaanlagen mit elektronischer Regelung in leistungsstärkeren Fahrzeugen. "Die höhere Motorleistung bedingt bereits einen höheren Basisverbrauch, so dass sich der Mehrverbrauch aufgrund der zugeschalteten Klimaanlage relativ niedrig auswirkt", erläutert Götz.
 
Für viele Autofahrer sind geöffnete Fenster eine Alternative zur Abkühlung. Allerdings, "bei Tempo 80 bis 100 wirken sich allein schon geöffnete Seitenfenster durch den damit verbundenen Luftwiderstand mit 0,2 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer aus", gibt Götz zu bedenken.
Unnötigen Spritverbrauch produziert auch eine Klimaanlage, die nicht mehr einwandfrei ihr Werk versieht. "Es ist vollkommen normal, dass bei Klimaanlagen jährlich bis zu 15 Prozent des Kältemittels durch die Schläuche entweichen. Das ist konstruktionsbedingt so", sagt Rudolf Brauch, Technischer Leiter des österreichischen ÖAMTC. Deshalb sollte man die Kältemittelmenge im Zwei-Jahres-Intervall kontrollieren lassen. Bei einer Überprüfung der Klimaanlage wird das vorhandene Kältemittel abgesaugt, die Anlage entfeuchtet und anschließend mit der richtigen Menge Kältemittel wieder befüllt. Fehlt Kältemittel, verschlechtert sich die Kühlleistung der Anlage. Bei schlechterer Kühlleistung muss die Klimaanlage mehr arbeiten. Der Spritverbrauch steigt.