Der "perfekte Sturm" braut sich auf dem Atlantik zusammen und bedroht die USA!
Vor mittlerweile 12 Jahren kam der Film "der Sturm" bzw. im Englischen "the perfect storm" in die deutschen Kinos. Ein Film von Wolfgang Petersen in dem sich George Clooney als Kapitain durch einen Monstersturm zurück zum Hafen kämpfen will/muss. Genau wie im Film, der im übrigen auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1991 beruht, braut sich aktuell über dem Atlantik ein "perfect Storm" zusammen, der die Ostküste der USA bedroht.
 
Was ist der "perfect Storm"?
 
Im Film treffen eine Kaltfront aus Kanada und die Reste eines Wirbelsturms zusammen und entfachen so einen gewaltigen Sturm, der die Andrea Gail - ein Fischerboot - verschluckt. Der meteorologische Hintergrund dieser Geschichte ist dabei gar nicht so abwägig, wie er vielleicht auf den ersten Blick klingen mag.
Eigentlich sind die tropischen Tiefs, also auch Hurrikans, und die Tiefdruckgebiete zum Beispiel bei uns in Mitteleuropa komplett unterschiedliche Gebilde. Während sich ein Hurrikan über dem tropischen Wasser aus einer Ansammlung von Gewitterzellen bildet, kommt die Energie der Tiefdruckgebiete in der Westwindzone - also bei uns - aus unterschiedlich temperierten Luftmassen, die sich vereinfacht ausgedrückt verwirbeln. Ein Tief unserer Breiten schafft es in der Regel auch nicht in die Tropen. Anders sieht es da bei Hurrikans aus: Diese ziehen regelmäßig nach Norden und werden in der Westwindzone zu "normalen" Tiefdruckgebieten oder lösen sich über Land auf. Treffen nun aber - wie im Film dargestellt - ein nach Norden ziehender Hurrikan und ein außertropisches Tief zusammen, addieren sich die Effekte, die einen Supersturm bilden können quasi - es entsteht der "perfekte Sturm".
 
Wie wird aus Hurrikan SANDY der "perfekte Sturm"?
 
Auf dem Weg nach Norden (SANDY bewegt sich aktuell auf dem Atlantik östlich von Florida in nordöstlicher Richtung) zieht der aktuell als Tropensturm eingestufte Wirbelsturm über offenes Wasser und verliert hier nur wenig an Kraft. Im Gegenteil, er gewinnt sogar wieder an Fahrt und soll sich in der Nacht zu Montag erneut zu einem Sturm mit Hurrikanstärke entwickeln. Den aktuellen Berechnungen des Nationalen Hurrikan Zentrums in Miami nach, wird der Sturm aber auf dem Weg nach Nordosten von einem Hoch südlich von Neufundland abgebremst bzw. blockiert werden. Dadurch wird die Zugbahn nach Nordwesten Richtung US-Ostküste abgelenkt. Gleichzeitig zieht eine Kaltfront in den Nordosten der USA und beide Systeme treffen genau im Küstenbereich zwischen New York und Washington zusammen. Dabei bringt SANDY die Hurrikan-Energie mit und die Kaltfront steuert die Energie unserer einheimischen Tiefs bei. Anders als sonst also üblich schwächt sich der Hurrikan beim Landfall nicht ab, sondern er verstärkt sich erneut. 
 
Um die Dimension dieses Sturms zu beschreiben: Er hat zu diesem Zeitpunkt in seinem inneren Bereich die größe Deutschlands, also einen Durchmesser von etwa 1000km. Der innere Bereich spiegelt dabei die Gebiete wieder, in denen er den meisten Sturm und Regen bringt. Dort kann es flächendeckend Windgeschwindigkeiten über 120 km/h geben und 24-stündige Regenmengen bis 200 l/qm.
 
Welche Auswirkungen könnte SANDY haben?
 
Um abschätzen zu können, wie heftig es den Nordosten der USA wirklich trifft muss man die kommenden Berechnungen der Wettermodelle noch abwarten. Sollte der Sturm aber auf dieser Zugbahn weiterziehen und sich mit der Kaltfront wie oben beschrieben vereinen, wäre das Chaos im dichtbesiedelsten Gebiet der USA wohl perfekt. Es müsste mit Überschwemmungen gerechnet werden, der Sturm würde Bäume entwurzeln (Stromausfälle in Millionen Haushalten wären die Folge) und eine Sturmflut könnte ähnlich wie beim Hurrikan IRENE im Jahr 2011 New York unter Wasser setzen.
 
(rp)