Jahreszeiten

10 Jahreszeiten finden sich aber in der Phänologie wieder. Die Phänologie (griech.) ist gleichbedeutend mit der "Lehre von der Erscheinung". Es geht also darum, wie sich die Pflanzen- und die Tierwelt im Laufe eines Jahres Entwickeln bzw. wie sie wachsen. In der Phänologie werden innerhalb eines Jahres die Eintrittszeiten einer auffälligen Erscheinung notiert, bei den Pflanzen spricht man dabei von Daten der z.B. Blattentfaltung oder Blüte. Bei den Tieren geht es eher um die periodischen Wanderungen oder um bestimmte Verhaltensweisen.
Diese Wissenschaft beschäftigt sich also mit dem Zusammenhang zwischen biologischen Rhythmiken und den Umwelteinflüssen.
Doch wie kommen nun die 10 Jahreszeiten zustande?
Man unterteilt den Frühling in der Phänologie in Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling, den Sommer in Frühsommer, Hochsommer und Spätsommer, den Herbst in Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst und der Winter ist und bleibt der Winter.
Der Vorfrühling dauert im Mittel 36 Tage, der Erstfrühling 32 Tage, der Vollfrühling 29 Tage, der Frühsommer 23 Tage, der Hochsommer 44 Tage, der Spätsommer 23 Tage, der Frühherbst 25 Tage, der Vollherbst 24 Tage, der Spätherbst 19 Tage und der Winter im Mittel 110 Tage.
An dieser Stelle wird auf die einzelnen phänologischen Jahreszeiten etwas genauer eingegangen.
Der Vorfrühling liegt etwa zwischen dem Beginn der Schneeglöckchenblüte, der Haselnussblüte und der Aussaat des Sommergetreides, sowie der Blüte des Buschwindröschens. Zudem bricht die Stachelbeerknospe auf.
Im Erstfrühling beginnt die Obstblüte mit der Stachel- und Johannisbeerblüte und geht weiter mit der Kirsche, der Pflaume und der Birne.
Der Vollfrühling ist geprägt durch die Apfel- und Fliederblüte. Zudem gehen die Futterrüben und Kartoffeln auf.
Der Frühsommer zeichnet sich aus durch die Holunder- und Gräserblüte. Es blühen der Wiesenfuchsschwanz und der Winterroggen. Zudem kommt es zur Heuernte.
Der Hochsommer umfasst die Lindenblüte. Diese Jahreszeit steht im Zeichen der Getreideernte. Anfangs werden Winterraps und Wintergerste geerntet, später dann Winterroggen und Hafer.
Der Spätsommer beginnt mit der Gelbreife des Winterweizens und der Pflückreife der frühen Äpfel und geht bis zum Ende der Haferernte.
Der Frühherbst umfasst die Herbstzeitlosenblüte und die Fruchtreife des schwarzen Holunders. Es werden vor allem die Birnen geerntet.
Der Vollherbst hält Einzug mit dem Reifen der Rosskastanie, Eicheln, Buschhecken und Walnüssen. Mit der Apfelernte findet die Obsternte ihren Abschluss. Zudem ist diese Jahreszeit gekennzeichnet durch die Laubfärbung und es beginnt die Rübenernte.
Im Spätherbst kommt es zum Laubfall, die Rüben werden geerntet und das Wintergetreide geht bald auf. Mit dem Pflug der Winterfurchen geht das phänologische Jahr dem Ende entgegen. Mit dem Ende der Feldarbeiten findet der Spätherbst seinen Abschluss.
Mit dem Winter beginnt die Vegetationsruhe.
Etwa 1300 ehrenamtliche Mitarbeiter sind derzeit für den Deutschen Wetterdienst als phänologische Beobachter tätig. Die Daten der Beobachter sind von zentraler Bedeutung, denn diese werden verstärkt in die Trendanalyse zur Klimadiagnostik heran gezogen. Primär werden die Daten allerdings von der agrarmeteorologischen Beratung genutzt. Hierbei fungieren sie als Eingangsgrößen für Modelle zur Vorhersage von landwirtschaftlichen Ereignissen und Zuständen. Auch die Abteilung Medizinmeteorologie ist auf diese Daten angewiesen, vor allem im Hinblick auf den Pollenflug.

(dwd/ag)