Autos auf einer schneebedeckten Straße

Zunächst mal kommen wir zu einem eigentlich trivialen Fall. Es schneit und der Boden ist kälter als null Grad. Da bleibt der Schnee eigentlich liegen. Das gilt zumindest für Skipisten, nicht jedoch - und da ist die Grenze wesentlich wichtiger - für gestreute und gesalzene Straßen. Da Tausalz bis etwa -16 Grad wirkt, liegt die "Schnee-liegen-bleib-Grenze", je nach dem wie viel Salz noch auf der Straße liegt, bei Belagstemperaturen zwischen 0 und -16 Grad.

Problematisch ist es, wenn am Boden Temperaturen von über null Grad gemessen werden. Dann wird der gefallene Schnee so lange geschmolzen, bis die Oberfläche durch Abgabe der zum Schmelzen notwendigen Energie auf Werte unter null Grad abkühlt. Bei Schneefällen und einer Lufttemperaturen über 5 Grad gibt es keine Probleme. Schnee fällt bei so hohen Temperaturen nur bei trockener Luft und es sind so wenige Schneesterne, dass sie unmittelbar beim Auftreffen schmelzen und den Boden kaum abkühlen können. Kritisch wird es bei den Schneeschauern, die im Frühjahr schnell mal 10 cm Schneehöhe bringen können. In diesem Fall kann der ungesalzene Straßenbelag gar nicht so schnell Wärme nachliefern, wie es nötig wäre, um allen Schnee zu schmelzen. In kürzester Zeit kühlt die Oberfläche auf null Grad ab und es entsteht eine Schneedecke.
 
Von O bis O
 
Nun gibt es die Regel, "Winterreifen von O(ktober) bis O(stern) aufzuziehen". Liegt Ostern - wie auch 2013 - bereits im März, sind solche
Schneeschauer nach Ostern ziemlich wahrscheinlich und alle, die schon nach der "O bis O" Regel auf Sommerreifen umgerüstet haben, haben Pech gehabt. Sie müssen nach dem Schneefall so lange warten, bis Schnee oder Schneematsch von der Straße verschwunden sind. Das kann in den frühen Morgenstunden ziemlich lang dauern.

Ansonsten gibt es noch haufenweise Bedingungen, die die "Schnee-liegen-bleib-Grenze" beeinflussen. Man denke nur an von der Sonne beschienene oder im Schatten liegende Straßen. Das kann im Frühjahr locker mal 10 Grad bei der Belagstemperatur ausmachen. Auch Straßenbeläge verhalten sich völlig verschieden. Beton und Bitumen haben ein ganz anderes Verhalten in Bezug auf die Strahlung und damit auf die Oberflächentemperatur.

Um es zusammenzufassen


Ist die Vorhersage der exakten Schneefallgrenze schon ein ziemliches Problem, so ist, soweit es den Straßenverkehr betrifft, die Vorhersage der "Schnee-liegen-bleib-Grenze" ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen.

 
 
(dwd)