Prima Pilzsaison

und die Diplom-Biologin begutachtet den Inhalt von Körbchen und Tüten.

Regen und warmes Wetter bescheren Pilzsammlern volle Körbe
"Dieses Jahr ist ein absolut super Pilzjahr", sagt sie. "Es gibt viel Regen und ist noch warm genug. Entsprechend groß ist die Zahl der Ratsuchenden."
 
Es kommen Rentner, Familien mit Kindern - aber auch junge Leute wie der Germanistik-Student Johannes Bär sind dabei. "Meist findet sich ein bunter Durchschnitt der Bevölkerung ein", sagt die Expertin, die als ehrenamtliche Pilzsachverständige von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie geprüft wurde.
 
Johannes Bär hat auf dem Freiburger Schlossberg einen Kochtopf voll mit allem, was an Pilzen zu finden war, gefüllt. "Wir wollen heute eine Pilzpfanne machen", freut er sich. Doch das erweist sich als Illusion. Nur ein einziger Pilz in dem Sammelsurium ist essbar, alle anderen sind giftig oder auch schon zu alt.
 
Fachkundige Beratung durch Pilzsachverständige
"Verschiedene Pilzarten sollten beim Sammeln immer getrennt aufbewahrt werden", erläutert Wähnert. "Bereits die Sporen eines giftigen Pilzes können auch die genießbaren verderben. Das ist hier mit dem violetten Rötelritterling geschehen, der eigentlich ein hervorragender Speisepilz ist." Ist ein giftiger Pilz im Korb, muss der ganze Inhalt in den Müll.
 
Viele seltene Pilze in diesem Herbst zu finden
In diesem Jahr gebe es bemerkenswert viele Pilze, die sehr selten sind und nicht gesammelt werden dürfen, sagt die Biologin. Kürzlich sei ein Besucher mit einem gelben Spateling gekommen, der auf der Roten Liste stehe. "Ich rate den Sammlern immer, zunächst einmal nur einen oder zwei Pilze der gleichen Sorte zu bringen und nicht gleich eine ganze Wagenladung", sagt sie. Viele Sammler seien sich der Naturschutzproblematik aber überhaupt nicht bewusst.


Sie hat in diesem Jahr schon viele giftige Pilze vorgelegt bekommen, die tödlich sind - angefangen bei grünen, weißen oder gelben Knollenblätterpilzen bis hin zum spitzgebuckelten Hautkopf. "Gerade beim Knollenblätterpilz könnten Laien meinen, es handele sich um einen Champignon. Er ist aber an der Stilbasis knollig verdickt und hat einen Ring um den Stil, außerdem sind die Lamellen - anders als beim Champignon - weiß."

Um die Pilze bestimmen zu können, sei es wichtig, das ganze Exemplar vor sich zu haben, und nicht nur einen in der Stilmitte abgeschnittenen Teil, sagt Wähnert. Aber sie urteilt nicht nur per Augenschein. Auch die Nase ist gefragt. Was nicht gut rieche, sei häufig auch nicht essbar. "Grundsätzlich gilt sowieso: Wenn man sich nicht ganz sicher ist, welchen Pilz man vor sich hat, sollte man ihn auf keinen Fall essen", warnt die Expertin.

(Quelle: dapd/sw)