Herbststimmung
Warum gibt es im Herbst mehr Wolken?
Im Herbst wehen oft Südwestwinde. Sie führen oft noch sehr milde Luftmassen heran. Während diese Luftmassen sich im Frühjahr und Sommer durch die Sonneneinstrahlung der langen Tage über dem Kontinent erwärmen können,  kühlen sich die Luftmassen im Herbst auf dem Weg nach Norden immer weiter ab. Diese kühlere Luft kann die mitgeführte Feuchtigkeit seltener halten. Deshalb belden sich vermehrt Wolken. Auch Hochdruckgebiete bilden im Herbst als Folge dieser langsamen Abkühlung vor allem in den Nächten zunehmend Hochnebellagen aus. Je weiter der Herbst voran schreitet, umso weniger Kraft hat die Sonne zur Erwärmung und damit zur Auflösung der Wolkendecke.
 
Warum gibt es besonders im Herbst starke Stürme?
Durch die abnehmende Sonneneinstrahlung im Herbst beginnen die Temperaturen auf der Nordhalbkugel zu sinken. Sie sinken dabei umso schneller, je weiter man nach Norden kommt. Dadurch vergrößern die Temperaturgegensätze in der Nordhemisphäre und die Winde, die zum Ausgleich entstehen, verstärken sich. Sturmtiefs sind die Folge. Mit dem astronomischen Herbstanfang startet Deutschland am Samstag auch pünktlich zum Herbstbeginn windig. So muss am Freitag und Samstag im Norden, am Montag dann in ganz Deutschland mit starken bis stürmischen Böen gerechnet werden. An den Küsten und exponierten Lagen der Mittegebirge sind auch Sturmböen möglich. Der erste große Herbststurm für Deutschland ist aber noch nicht in Sicht.
 
Wann kommen die ersten Frostnächte?
Nach dem Kaltfrontdurchgang am Mittwoch ist es im Süden und Südwesten Deutschlands in der Nacht zum Donnerstag (heute früh) zu ersten  Bodenfrösten gekommen. In der Nacht zu Freitag sind auch im bayerischen Alpenvorland örtlich geringe Bodenfröste zu erwarten. Auf den Wiesen kann sich der erste Reif bilden. In den Folgetagen steigen die Temperaturen wieder an und bis in die kommende Woche hinein muss vorerst nicht mit weiteren Frösten gerechnet werden.
 
Welchen Einfluss hat eine starke Hurrikansaison auf unser Wetter? 
Abhängig von der Zugbahn können Hurrikane sowohl den ersten Schnee, als  auch sommerliche Hitze nach Deutschland bringen. Und je mehr Hurrikane in einem Jahr entstehen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit extremer Temperaturen. Die Zugbahn ist dabei entscheidend. Ziehen die Hurrikane an der amerikanischen Ostküste entlang und weiter nach Skandinavien, so kann auf ihrer Rückseite Polarluft auch in dieser Jahreszeit schon die Alpen erreichen. Erste Schneeschauer auch in den Mittelgebirgen und Graupelschauer im Flachland sind dann möglich. Ziehen die Hurrikane jedoch - wie aktuell NADINE - südlich um das Azorenhoch herum nach Osten, dann können die Stürme über Portugal hinweg nach Norden ziehen. Die Folge sind starke Warmluftvorstöße nach Mitteleuropa. Letzteres erwarten wir aus heutiger Sicht für den Verlauf der kommenden Woche. Dabei sind auch Rekordtemperaturen in Deutschland für die kommende Woche nicht ausgeschlossen. Eine starke Hurrikansaison – wie aktuell - erhört dabei die Wahrscheinlichkeit, dass die Stürme diese südliche Bahn - wie NADINE - nehmen.
 
Wieso heißt der Altweibersommer eigentlich Altweibersommer?
Der Name Altweibersommer stammt aus der germanischen Mythologie und leitet sich von dem altdeutschen Wort „weiben“ ab, was sich auf das Knüpfen von Spinnenweben bezieht. Als Altweibersommer werden dabei Witterungsabschnitte bezeichnet, bei denen mit südlichen Winden spätsommerlich warme Luftmassen herangeführt werden. In den schon recht kalten und klaren Nächten dieser Witterungsabschnitte bilden dichter Frühnebel und Reif die ersten herbstlichen Eindrücke. In den klaren Nächten setzen sich Tautropfen auf den Spinnennetzen ab, die dadurch im Morgenlicht gut sichtbar werden.  Aber auch abgerissene Spinnenfäden, mit denen zum Beispiel junge Baldachinspinnen durch die Luft segeln und die sich in Gras und Sträuchern verfangen, werden dann sichtbar.  Aus alten Sagen ist bekannt, dass der mittelalterliche Glaube davon ausging, es würde sich bei den Fäden um Haare von alten Frauen handeln, die diese beim Kämmen verloren hatten.  Sie wurden zum Teil als Glücksbringer verehrt oder der heiligen Mutter Maria zugeschrieben. Daher heißen diese Fäden auch „Marienfäden“ oder „Liebfrauenhaar“.