Hochwasser in Bonn
Rheinland-Pfalz - Sieben-Meter-Marke an Mosel erreicht
 
Wegen des Moselhochwassers ist der Schiffsverkehr bei Trier eingestellt worden. Der Wasserstand der Mosel war nach Regenfällen in der Nacht zu Freitag über die Marke von sieben Metern gestiegen. Bereits gegen Mitternacht wurde die Mosel für Schiffe gesperrt, wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei auf Anfrage sagte. Erst bei Unterschreiten der Marke von 6,95 Metern werde sie wieder freigegeben. Das könne aber bis zum Samstag dauern.
Am Freitagmittag meldete die Hochwasserzentrale in Trier einen Pegel von 7,19 Metern bei leicht sinkender Tendenz. In der Nacht war kurzzeitig ein Wasserstand von 7,38 Metern erreicht worden. Der Anstieg fiel stärker als ursprünglich prognostiziert aus. Einige Straßen am Moselufer waren wegen Überflutung für den Verkehr gesperrt. Für Freitag und Samstag wurden keine starken Schwankungen der Pegel erwartet.
Beim Rekordhochwasser von 1993 war in Trier ein Pegel von bis zu 11,28 Metern gemessen worden.
Am Oberrhein in Maxau lag der Pegel bei 7,32 Metern - Tendenz steigend. In Mainz wurde am Freitagmittag wie schon in der Nacht eine Wasserhöhe von 5,56 Metern ermittelt. Der Fährverkehr auf dem Mittelrhein zwischen Boppard und Filsen sowie zwischen St. Goar und St. Goarshausen an der Loreley blieb wegen des Hochwassers weiter eingestellt.
 
Niedersachsen - Wasser steigt
 
Schneeschmelze und die Regenfälle der vergangenen Tage haben die Flusspegel im südlichen Niedersachsen deutlich steigen lassen. In Hannoversch Münden wies die Stadtverwaltung mit Schildern auf eine mögliche Hochwassergefahr hin. Der Weserpegel stand dort am Donnerstagnachmittag bei 3,88 Meter, wie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) mitteilte - rund zwei Meter über dem Mittel.
In Hameln stieg das Wasser auf 4,54 Meter und damit rund zweieinhalb Meter über den mittleren Wert. Die Weserfähre Hemeln - Veckerhagen stellte wegen des Hochwassers den Betrieb ein. Im Kreis Northeim waren mehrere Straßen gesperrt.
 
Bayern - steigende Pegelstände erwartet

Nach einer kurzen Entspannung droht wegen anhaltender Regenfälle wieder ein Anstieg der Flusspegel in Bayern. Betroffen seien vor allem das Obere Maingebiet, der Bereich des Regen, der Naab und der Altmühl, teilte der Hochwassernachrichtendienst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt am Donnerstag mit. Die Hochwasserscheitel würden aber voraussichtlich etwas unter jenen von Weihnachten liegen.
Im Maingebiet und an der Fränkischen Saale sollten im Laufe des Donnerstags die Meldestufen eins bis zwei erreicht werden. Die Meteorologen rechneten mit kleineren Überflutungen und Überschwemmungen landwirtschaftlicher Gebiete.
Bei Naab und Regen komme es stellenweise noch zu geringen Ausuferungen. In den Oberläufen sei mit deutlichen Anstiegen zu rechnen. Da der Deutsche Wetterdienst Dauerregen bis Freitagvormittag prognostiziert habe, werde es in den Mainzuflüssen und den nördlichen Donauzuflüssen erneut zu Hochwasser kommen.
 
 
Sachsen-Anhalt – Wasserstände gehen zurück

Nach dem Hochwasser in den vergangenen Tagen sinken die Pegelstände in Sachsen-Anhalts Flüssen wieder. Für die Schwarze Elster am Pegel Löben galt am Donnerstag aber noch die Alarmstufe 2, wie die Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg mitteilte. Alarmstufe 1 gab es für die Mulde in Dessau und die Saale in Calbe. Im Oberharz stiegen am Donnerstag die Wasserstände zunächst wieder. Für die Warme Bode am Pegel Tanne blieb die Meldegrenze überschritten.
 

NRW – Hochwasserlage angespannt
 
Die Hochwasserlage in Nordrhein-Westfalen ist weiter angespannt. Der Pegelstand im Rhein in Köln könne am Freitag von derzeit 7,38 Metern auf mehr als acht Meter steigen, teilte die Hochwasserschutzzentrale mit. Die Entwicklung sei von den Niederschlägen in den nächsten Tagen abhängig. Der Deutsche Wetterdienst sagte für Donnerstag und Freitag Regen voraus.

Bis zum Freitagmorgen ist der Pegel in Köln jedoch den Angaben zufolge voraussichtlich stabil. Ab 9,40 Metern müssen mobile Schutzwände für die Altstadt aufgestellt werden. Der Wasserstand des Rheins in Düsseldorf lag bei 7,01 Metern und damit wieder unter der ersten Hochwassermarke von 7,10 Metern.

Die Talsperren im Ruhrverband waren den Angaben zufolge am Donnerstag zu 82,2 Prozent gefüllt. Im Einzugsbereich der Ruhr seien die Hochwassermeldegrenzen an der Volme, der mittleren Lenne und der unteren Ruhr überschritten, teilte der Verband mit.


Hessen – unkritisch
 
Die Hochwasserlage in Hessen ist weiterhin entspannt. Die Pegel der oberen Fulda sowie von Werra, Weser und Kinzig reichten allerdings noch bis an die Uferränder heran, sagte eine Sprecherin des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) in Wiesbaden am Donnerstag auf dapd-Anfrage. Der hessische Main-Abschnitt habe anders als am bayerischen Oberlauf keine kritischen Pegelstände erreicht.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet in den kommenden Tage teils stärkere Niederschläge in Hessen. Es müsse daher vereinzelt wieder mit ansteigenden Pegeln gerechnet werden, sagte die HLUG-Sprecherin.

(dapd/nk)