Primeln im Schnee (dapd)
Trotz voller Auftragsbücher könnten viele Unternehmen wegen des anhaltenden Winterwetters nicht mit der Arbeit anfangen. In den vergangenen Jahrzehnten habe die Arbeit spätestens Anfang März begonnen - dieses Jahr machten die anhaltenden Fröste der Branche aber immer wieder einen Strich durch die Rechnung, sagte Löffler. Nur wer sich zusätzlich auf den Winterdienst spezialisiert habe, mache noch einigermaßen gute Umsätze.
 
Löffler sagte, zudem werde es mit jeder Woche schwieriger, noch rechtzeitig mit allen Pflanzarbeiten fertig zu werden. "Wir haben in diesem Jahr voraussichtlich nur vier Wochen für die Arbeiten, die normalerweise in zwei Monaten erledigt werden", sagte er.
 
Auch die Baumschulen und Gärtnereien sind Löffler zufolge stark betroffen, weil die Bestände nicht ausgeliefert werden können. Teilweise müssten ganze Chargen eingestampft werden. "Bei 20 Zentimeter Neuschnee pflanzt sich eben niemand Primeln in den Garten", sagte er.
 
Sobald der Winter endgültig vorbei sei, müsse mit einer Auftragsflut gerechnet werden, sagte Löffler. Weil dann das ganze Pensum jedoch vermutlich nicht mehr erledigt werden könne, müssten Pflanzungen sogar komplett ausfallen oder auf den Herbst verlegt werden. Auch durch Neueinstellungen könne die Mehrarbeit nicht aufgefangen werden, weil der Arbeitsmarkt für Garten- und Landschaftsbauer in Hessen und besonders Thüringen zurzeit "leergefegt" sei.
 
Wegen der angespannten Haushaltslage spielten kommunale Auftraggeber besonders in Thüringen kaum eine Rolle mehr, sagte Löffler. Die meisten Aufträge für Garten- und Landschaftsbauer kämen bereits seit einigen Jahren aus dem privaten Bereich, vor allem für die Neuanlage oder die Renovierung von Gärten. Im Freistaat gibt es derzeit rund 350 Betriebe in der Branche, die meisten davon sind Klein- oder Kleinstbetriebe.

(dapd/ag)