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Bei starkem Schneefall fahren die Streufahrzeuge der Autobahnmeistereien versetzt. In einer Staffel von zwei bis drei Fahrzeugen schieben sie den Schnee von den Autobahnen, "im Schichtdienst, 24 Stunden lang", sagt Cornelia Höhl, Mitarbeiterin von Hessen Mobil und Sprecherin für die Autobahnmeistereien in Osthessen. Bei hohem Verkehrsaufkommen müssten sich die Männer vom Winterdienst hingegen alleine durchkämpfen und die Straßen von Schnee und Eis befreien.

Ohne zusätzliches Personal würden die Autobahnmeistereien das gar nicht schaffen, erklärt Höhl. Auch in diesem Jahr wurden deshalb für den Winterdienst wieder Saisonkräfte angeheuert. Allein der Standort in Reiskirchen nahe Gießen habe nun übergangsweise acht weitere Männer verpflichtet.

"Bei richtig Schnee und Eis kommen die fast zu nichts anderem, als mit den Räumfahrzeugen unterwegs zu sein", sagt Höhl. Im Frühjahr, Sommer und Herbst entsorgen die Autobahnmeistereien hingegen auch den Müll auf den Schnellstraßen oder übernehmen die Grünholzpflege. Zudem sicherten sie Unfälle und Baustellen und kümmerten sich um die Entwässerung der Autobahnen

 

Feuchtsalz lässt Schnee tauen

Daran sei jetzt aber kaum zu denken. Vor jeder Schicht würden nun zuerst die Fahrzeuge kontrolliert - etwa ob genügend Salz im Streuer und Sohle in den Tanks ist. "Wir arbeiten mit Feuchtsalz", sagt Höhl. Das Streusalz werde mit Sohle versetzt und auf die Straße aufgebracht. Dadurch habe es eine gute Haftung am Boden. Außerdem sei die Salzkonzentration in der Lauge geringer, sagt sie.

Auch die Straßenmeistereien in den Städten verwendeten diese Mischung, gibt die Sprecherin der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), Stephanie Pieper, Auskunft. "Bei Schnee von oben und Frost von unten" halte die Salzsohle die Straßen so frei von Glatteis und Neuschnee. Der Schnee taue mit dem Feuchtsalz einfach weg.

Beim Räumen werden die Straßen in Frankfurt nach einem festen Prioritätenplan abgefahren. Höchste Priorität haben Pieper zufolge die Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen sowie Straßen mit Öffentlichem Nahverkehr. Auch Krankenhaus- und Feuerwehrzufahrten würden regelmäßig angefahren und vom Schnee frei gehalten. Zudem würden Unfallschwerpunkte besonders berücksichtigt, um die Gefahr an den Stellen nicht noch weiter zu erhöhen, betont Pieper.

"Erst wenn diese Straßen geräumt sind, werden Zubringerstraßen und Erschließungsstraßen abgearbeitet", heißt es aus dem Frankfurter Umweltamt, das die Arbeit der FES auf den Straßen kontrolliert. Danach würden dann Wohn- und Nebenstraßen sowie Radwege abgearbeitet und mit Splitt bestreut. "Bei viel Schnee müssen wir die Nebenstrecken jedoch vernachlässigen und uns auf die Hautpverkehrsadern beschränken", sagt Pieper

 

Enteisung der Start- und Landebahnen am Frankfurter Flughafen

Auch der Frankfurter Flughafen hat im Winter alle Hände voll zu tun, die Start- und Landebahnen zu enteisen. "Je nach Wetterlage fährt ein speziell ausgerüstetes Fahrzeug in vorgeschriebenen zeitlichen Abständen über die Bahnen und macht einen Reibungstest", sagt ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Ist es zum Starten und Landen zu glatt, müsse die entsprechende Bahn gesperrt und enteist werden.

"Wenn es schneit, versuchen wir im Wechsel immer zwei der vier Bahnen zu sperren", sagt der Sprecher. Sind zwei Bahnen frei von Schnee und Eis, würden sie für den Flugbetrieb solange freigegeben, bis der Reibungstest erneute Enteisung verlange.

Nach dem Wetterchaos am vergangenen Wochenende fielen durch Schnee und Eisregen mehr als 1.000 Flüge in Frankfurt aus.

dapd/öt