Tropensturm

Tropische Wirbelstürme entstehen meist dann, wenn die Oberflächentemperatur der Ozeane 26 Grad Celsius überschreitet. In Einzelfällen sind allerdings Entwicklungen tropischen Charakters auch schon bei geringeren Wassertemperaturen beobachtet worden. Durch die starke Verdunstung von der warmen Meeresoberfläche werden die darüber liegenden Luftschichten mit großen Mengen von Wasserdampf angereichert. Die feuchte Warmluft steigt dann nach oben und der Wasserdampf kondensiert zu Wolken, wobei gewaltige Energiemengen in Form der sogenannten Kondensationswärme frei werden. Schon ein einziges Kilogramm Wasserdampf liefert bei diesem Vorgang eine
Energiemenge von etwa 0,7 Kilowattstunden. Das scheint nicht viel zu sein, aber bei der Größe eines Wirbelsturms und den enormen  Mengen an Wasserdampf, den er enthält, kann Energie von einigen Billionen Kilowattstunden frei werden. Ein Teil dieser Energie trägt dazu bei, die aufsteigende Luft in horizontale Rotation zu versetzen. Drehzentrum ist dabei ein gleichzeitig neu entstehendes Tiefdruckgebiet. Damit ist das erste Entwicklungsstadium, die "Tropical Depression" erreicht. Zieht nun ein solcher junger Sturm weiter über warme Meeresgebiete, gewinnt dieser durch weitere Zufuhr von Wasserdampf noch mehr an Kraft und entwickelt sich schließlich zu einem tropischen Wirbelsturm. Die nächste Entwicklungsstufe wird dann je nach Entstehungsregion unterschiedlich bezeichnet, nämlich auf dem
Atlantik und dem Ostpazifik als Hurrikan, auf dem Westpazifik als Taifun und im Indischen Ozean als Zyklon. Um diese Stufe zu erreichen, muss der Wirbelsturm (mittlere) Windgeschwindigkeiten von 120 km/h überschreiten.

Die Saison der Tropenstürme reicht auf der Nordhalbkugel je nach Region etwa von Mai bis November und steht somit noch am Anfang.
Bisher hat es im Atlantik und dem Westpazifik bereits einige Entwicklungen bis hin zum tropischen Wirbelsturm gegeben. Ein Hurrikan wurde auf dem Atlantik allerdings in diesem Jahr noch nicht beobachtet.

Dagegen wütet derzeit im Westpazifik ein tropischer Wirbelsturm, der mittlerweile zu einem Taifun heran gewachsen ist. Dieser Taifun mit dem Namen SOULIK befindet sich östlich von Taiwan (aktuelles Satellitenbild). Mit Spitzenwindgeschwindigkeiten um 200 km/h hat er die Taifunkategorie 2 erreicht. Der Taifun wird voraussichtlich weiter Richtung Nordwesten ziehen und könnte somit gegen Samstagmorgen Ortszeit Taiwan erreichen. Bis dahin wird erwartet, dass sich SOULIK noch verstärkt und dann die Kategorie 3 erreicht. Auf seinem weiteren Weg Richtung China wird sich der Taifun voraussichtlich etwas abschwächen, er stellt allerdings aufgrund des nach wie vor starken Windes und starker Regenfälle weiterhin eine große Gefahr dar.
 
 
(dwd/nk)