Osterhase auf grüner Wiese
Für die Kirche gibt es jedoch ein deutlich wichtigeres Fest: Ostern.

Wie sich der Brauch entwickelte, konnte die Wissenschaft bislang allerdings nicht einwandfrei klären. Nach Aussage des Theologie-Professors Manfred Becker-Huberti stammt der Begriff von dem griechischen Wort für Morgenröte, "Eos", ab. Im Althochdeutschen wandelte er sich zu "eostere", was im Englischen schließlich zu "eastern" wurde, erklärt der Forscher. Die Morgenröte sei einst zum Symbol für das Fest geworden, da am Ostermorgen ein Gottesdienst gefeiert wurde, der vor Tagesanbruch begann und bis zur Morgenröte dauerte, erläutert Becker-Huberti. Das Fest sei demnach christlichen Ursprungs.

In anderen Quellen wird das zentrale Ereignis des christlichen Glaubens, mit dem die Auferstehung Jesu gefeiert wird, auf das Heidentum zurückgeführt. Demzufolge leitet sich das deutsche Wort Ostern vom Fest der heidnischen Göttin Ostera, Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit ab, mit dem die Germanen einst den Frühlingsbeginn feierten. Wie Ostern gedachten sie dabei dem Sieg des Lebens über den Tod.

Becker-Huberti hält diese Theorie für reine Erfindung. Sie sei von den Nationalisten im 19. Jahrhundert verbreitet worden, da sie einen Bezug des Festes zu ihrem eigenen Volk herstellen wollten.

Nicht nur der Hase brachte die Eier

In der christlichen Lehre enthält das Osterfest die drei österlichen Tage von Leiden, Tod und Auferstehung Christi. Es beginnt also eigentlich schon mit dem Gründonnerstagabend. Das Osterfest beendet die 40 Tage dauernde Fasten- und Passionszeit, die am Aschermittwoch beginnt.

Ostern wird mit verschiedenen Bräuchen und Symbolen verbunden, wie dem Hasen, Ei, Osterfeuer, Osterwasser, Osterlamm und der Osterkerze.

Der Osterhase und das Ei sind seit jeher Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit. Allerdings ist Meister Lampe erst viel später zum Protagonisten des Osterfestes geworden. Erste Belege für den Osterhasen im deutschsprachigen Raum stammen aus dem 17. Jahrhundert von dem Heidelberger Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau. Bis dahin wurden die Ostereier von anderen Tieren wie Fuchs, Hahn, Storch, Kuckuck oder Kranich gebracht.

Etwa ab 1700 entwickelte sich in den Städten der Brauch des Eiersuchens. Einige erklären diesen mit der Fastenzeit: Da während des Rituals keine Eier gegessen werden durften, wurden sie gekocht, damit sie nicht verdarben. Um aber gekochte von rohen Eiern unterscheiden zu können, kamen die Menschen auf die Idee, die gekochten Eier mit pflanzlichen Produkten zu färben.

Heutzutage ist der Hase fest mit dem Fest verbunden. Er bringt nicht nur die Eier, sondern wird in Schokoladenform auch selbst gern vernascht.
 
dapd/öt