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"Vor der ersten Spritztour sollte allerdings für Mensch und Maschine ein gründlicher Frühlings-Check auf dem Plan stehen", sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn.

Die Maschine muss fit sein - und auch der Mensch. "Am besten startet man mit einigen Übungen, auf einem Verkehrsübungsplatz oder sogar bei einem Fahrsicherheitstraining. Anfangs sollten es erst einmal kürzere Touren sein, bis Mensch und Maschine wieder perfekt harmonieren", rät Köster.

Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS in Losheim am See empfiehlt vor dem Start einen Rundgang ums Bike: "Ist alles noch da, wo es hingehört? Hat sich nichts wesentlich verändert?" Nach den ersten Eindrücken beginnt dann der genauere Check. "Überlebenswichtig ist der einwandfreie Zustand von Reifen und Bremsen", betont Hans-Ulrich Sander, Motorrad-Experte beim TÜV Rheinland und selbst passionierter Motorradfahrer.

So sollte das Profil der Gummis deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen (1,6 Millimeter) liegen. Der Zustand der Pneus lässt sich am besten bei aufgebockter Maschine untersuchen. Dabei die Räder langsam von Hand drehen und nachsehen, ob Risse, poröse Stellen oder eingefahrene Gegenstände einen Wechsel notwendig machen.

"Fabrikneue Reifen müssen in der Regel vorsichtig eingefahren werden, bis sie genügend Grip aufgebaut haben", sagt Sander. Wichtig für die Fahrstabilität sei es, den korrekten Luftdruck am kalten Reifen zu kontrollieren.

Alter der Reifen ist immer ein Thema

"Bei saisonal bewegten Fahrzeugen ist das Reifenalter immer ein Thema", sagt KÜS-Sprecher Marmit. Ein alter, harter Reifen habe wenig Haftung auf der Straße. "Bis sechs Jahre kann der Reifen bedenkenlos gefahren werden, dann sollte man ihn wechseln", rät er.

Auskunft über das Reifenalter gibt die sogenannte DOT-Nummer auf der Flanke des Pneus. Bei einer vierstelligen DOT-Nummer bezeichnen die beiden letzten Ziffern das Baujahr. Beim Reifenkauf sollte man darauf achten, ob eine Fabrikationsbindung für das entsprechende Motorrad besteht, also ob ein bestimmtes Reifenfabrikat definitiv in den Fahrzeugpapieren vorgeschrieben ist.

Auf die To-do-Liste gehört zudem eine Kontrolle des Öls und gegebenenfalls des Kühlkreislaufs. Die Dichtigkeit muss gewährleistet sein.

Einen besonderen Hinweis hält KÜS-Sprecher Marmit für die mit Treibstoffgemisch betriebenen Krafträder bereit: "Über Winter können sich Benzin und Öl wieder trennen. Das muss dann komplett ausgetauscht werden." Die Kontrolle von Öl- sowie Luftfilter und nötigenfalls der Austausch bewahren den Biker vor unliebsamen Überraschungen.

Die Batterie sollte geladen sein, die Pole ausreichend eingefettet. Gelenke und Seilzüge am Motorrad müssen ebenfalls gut geölt, leicht und freigängig zu bedienen sein.

Auch bei der Montur auf Sicherheit achten

Für die Sicherheit ist zudem die Kontrolle von Antriebskette, Bremsen und Beleuchtung unbedingt notwendig. Beläge und Scheiben der Bremsanlage müssen die nötige Stärke haben. Die Bremsflüssigkeit sollte ausreichend und ihre Qualität geprüft sein. "Eine gereinigte, geölte und mit zwei Fingerbreit Spiel - geprüft bei Fahrer im Sattel sitzend - montierte Kette ist optimal", sagt Marmit.

"Für den Saisonstart lohnt sich darüber hinaus ein Blick auf die Ausrüstung", ergänzt ZDK-Sprecher Köster die Reihe der Ratschläge. Denn Jacke, Hose oder Kombi, Stiefel, Helm und Handschuhe seien für den Ausflug unverzichtbar. Wichtig ist auch: "Für eine gute Sicht sind Kratzer auf dem Helmvisier tabu, und ein beschädigtes sollte ausgetauscht werden", mahnt der Fachmann.