Eidechse
Wer die Tier- und Pflanzenwelt am Urlaubsort entdecken und beispielsweise eine Schnorcheltour, eine Walbeobachtungsfahrt oder eine Safari machen möchte, sollte einen verantwortungsvollen Anbieter wählen, rät Volker Homes, Leiter des Bereichs Artenschutz bei der Naturschutzorganisation WWF. "Wichtig ist, dass die Touren von ausgebildeten Naturführern geleitet werden und das Wohl der Tiere im Vordergrund steht." Dazu gehöre zum Beispiel, dass diesen Rückzugsmöglichkeiten gelassen und sie nicht bedrängt oder verfolgt werden. Wünschenswert sei außerdem, dass ein Teil der Einnahmen aus den Touren der Tier- und Pflanzenwelt vor Ort zugutekommt, beispielsweise indem Forschungs- oder Schutzprojekte unterstützt werden.

Keine Souvenirs von geschützten Arten

Auch wenn es um Mitbringsel und Erinnerungsstücke geht, sollten Urlauber sensibel vorgehen. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen ist der Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten zwar verboten, sagt Homes, was auch für Souvenirs gelte. Trotzdem werden diese immer noch angeboten. "Im Sinne des Artenschutzes sollten Urlauber deshalb genau hinsehen, worum es sich bei dem Souvenir handelt, bevor sie etwas kaufen", appelliert der Experte.

Wilderei für Souvenirs

In vielen Fällen ist das relativ einfach zu erkennen: präparierte Schlangen wie Kobras oder Meeresschildkröten sollten ebenso wenig gekauft werden, wie alles, was im Zusammenhang mit Elefanten stehe. "Besonders hinsichtlich von Produkten aus Elfenbein gibt es trotz der vielen Kampagnen und Informationen bei den Funden des Zolls keinen spürbaren Knick", bedauert Homes. Das habe fatale Auswirkungen auf die Elefantenpopulationen Afrikas, denn die Wilderei nehme immer größere Ausmaße an. Der Markt für diese illegalen Produkte, zu denen übrigens auch Schmuck mit Elefantenhaar gehört, beschränkt sich nicht nur auf Afrika: "Was zum Beispiel auf Thailands Märkten angeboten wird, ist geschmuggeltes Elfenbein aus Afrika."

Im Zweifelsfall besser nicht kaufen

Sei nicht zu erkennen, woraus ein Souvenir tatsächlich gefertigt wurde, sollte im Zweifelsfall auf den Kauf verzichtet werden. Denn Unwissenheit entbindet nicht von der eigenen Verantwortung, auch vor dem deutschen Zoll nicht, betont Homes: "Bei der Einreise gefundene Souvenirs aus geschützten Arten werden nicht nur beschlagnahmt, es wird in der Regel auch ein Bußgeld fällig." In machen Fällen könne es sogar eine Strafanzeige geben.

Vor der Reise informieren

Der Experte empfiehlt, sich schon vor der Reise zu informieren. Der WWF hat einen Souvenirführer herausgegeben, der im Internet unter wwf.de heruntergeladen oder bestellt werden kann. Eine weitere Möglichkeit sei das gemeinsame Angebot von Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Zoll: unter artenschutz-online.de können für das jeweilige Urlaubsziel Informationen zu geschützten Arten, Produkten und eventuell erlaubten Einfuhrmengen abgerufen werden.