Müll im Meer
Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben bei den Expeditionen mit dem Forschungsschiff Polarstern über 2000 Fotos vom Meeresboden aufgenommen. Eigentlich wollten sie damit Veränderungen in der Artenvielfalt von Tiefseebewohnern dokumentieren. Nun stellte sich allerdings heraus, dass rund um das AWI-Tiefsee-Observatorium „Hausgarten“ zwischen Grönland und Spitzbergen inzwischen doppelt so viel Müll auf dem Meeresgrund liegt wie vor 10 Jahren.

Woher der Müll kommt, konnten die Forscher bis jetzt noch nicht klären. Wahrscheinlich hat das hohe Müllaufkommen aber mit dem Rückgang des arktischen Meereises zu tun.  Normalerweise verhindert nämlich die Eisdecke, dass Unrat vom Land ins Meer geweht wird. Zudem hat der Schiffsverkehr deutlich zugenommen, seitdem die Eisdecke aufgrund des Klimawandels in den Sommermonaten stark zurückgeht.

Dieser Müll könnte nach Meinung der Forscher langfristig die Artenzusammensetzung in der Tiefsee verändern: Bodenbewohner verletzten sich möglicherweise an ihrer Oberfläche und könnten sich dadurch langsamer vermehren. Andererseits könnten Lebewesen den Abfall auch als Fundament zum Ansiedeln benutzen.

Ein weitere Gefahr sind jedoch auch mikroskopisch kleine Plastikteilchen, die zum Teil eine hohe Konzentration gefährlicher Gifte enthalten und damit im schlimmsten Fall die gesamte Nahrungskette kontaminieren.  Diese Toxine könnten nämlich von Kleinstlebewesen aufgenommen werden und somit schließlich auch in den Organismus größerer Tiere gelangen.
 
 
(ag)