Schneeglöckchen
"Ist dieses Hin und Her denn noch normal?", das werden wir Meteorologen in solchen Situationen häufig gefragt. Die Antwort lautet in diesem Fall: Ja! Der März ist nämlich bekannt für extreme Temperaturschwankungen.

So kann es auf der einen Seite frühsommerlich warm werden. Sogar Sommertage (Tageshöchsttemperatur mindestens 25 Grad oder mehr) wurden im März schon registriert. Das gab es beispielsweise in den Jahren 1968 oder 1989 gegen Ende des Monats. Die höchste deutschlandweit im DWD-Messnetz gemessene Märztemperatur lag bei 26,6 Grad, sie wurde am 28. März 1989 in Baden-Baden (Baden-Württemberg) erreicht.

Auf der anderen Seite sind aber auch winterliche Verhältnisse mit Eistagen (Tageshöchsttemperatur unter 0 Grad) vor allem am Anfang des Monats beileibe keine Seltenheit. Als Beispiel kann hier das Jahr 1971 angeführt werden. Die tiefste gemessene Höchsttemperatur eines Tages wurde - wenig überraschend - mit -27,9 Grad am 5. März 1971 auf der Zugspitze verzeichnet. Im Flachland (unter 400 m) sticht das sächsische Görlitz an der Grenze zu Polen heraus, wo am 4. März 1971 nur maximal -11,0 Grad erreicht wurden.

Wie kommt es zu solchen Gegensätzen innerhalb nur weniger Tage? Entscheidend ist, woher die Luftmassen zu uns kommen. Strömt nämlich Luft aus Nord- oder Nordosteuropa nach Deutschland, so ist diese im März meist sehr kalt. Das dort aus dem Winter vorhandene Kaltluftreservoir konnte durch den Frühling meist noch nicht ausgeräumt werden. Kommt die Luft dagegen aus dem Mittelmeerraum oder dem nördlichen Afrika zu uns, so ist diese durch den dort beginnenden Frühling per se schon mal wärmer. Ist diese Luft dann bei uns, kann sie zusammen mit dem schon gestiegen Sonnenstand und der daraus resultierenden verstärkten Kraft der Sonne frühsommerliche Wärme erzeugen.

Genau diese Vorgänge machten und machen dieses Hin und Her beim Wetter der letzten und nächsten Tage aus. So lagen wir Ende Februar noch in einer östlichen bis nordöstlichen Strömung, die Anfang März auf südliche Richtungen drehte. Nun dreht die Strömungsrichtung abermals, und zwar wieder zurück auf Ost bis Nordost.

Die nächsten Tage werden also wieder winterlich. Die aus Nordosteuropa kommende Frostluft breitet sich zunehmend über Deutschland aus, zum Wochenanfang wird sie auch den Süden erreichen. Zwischen der Frostluft und der milderen Luft im Süden liegt eine Luftmassengrenze. An dieser kommt es zu Hebungsvorgängen, die vermehrt Niederschläge auslösen. Dabei regnet es südlich der Luftmassengrenze, im Grenzbereich fällt zum Teil gefrierender Regen mit gefährlicher Glatteisbildung, nördlich davon gibt es Schnee.

Im Norden Deutschlands, vor allem nördlich der Mittelgebirge, sind sogar nicht unerhebliche Schneefälle zu erwarten. Einige Wettermodelle zeigen von Samstagmittag bis Montagmorgen dort sogar Neuschneemengen um 20 cm bis ins Flachland an!
 
(DWD)