Hepatitis-Impfung rechtzeitig vor Reisebeginn planen

„Wer eine Reise plant, sollte auch an seinen Impfschutz denken“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler.

Auch in heimischen Gefilden könnten Gefahren lauern, sagt Köhler. So bestehe für Wanderurlauber in Baden-Württemberg, Bayern oder Thüringen das Risiko, sich bei einem Zeckenbiss mit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) zu infizieren. Urlauber sollten sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt vom Arzt über den passenden Impfschutz beraten und eventuelle Impflücken schließen lassen.

Der Aufruf zum Impfen gilt auch für Sportfans, die zur Fußball-Europameisterschaft nach Polen und in die Ukraine oder zu den Olympischen Spielen nach Großbritannien reisen. Bei solchen Großereignissen sei die Ansteckungsgefahr in der Regel sehr hoch, weil dort viele Menschen zusammenkämen, die zum Teil nur unzureichend oder gar nicht geimpft seien, warnt Köhler. Besonders wichtig sei ein ausreichender Masernschutz, weil die Zahl der Erkrankungen insbesondere in der Ukraine wieder stark zugenommen habe. Ein Grund sei die niedrige Impfquote. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts könnten auch Mumps-, Röteln- sowie Diphtherie- und Keuchhusteninfektionen vermehrt auftreten.

Die Kosten für allgemeine Impfungen, zum Beispiel gegen Masern, Diphtherie und Tetanus, werden von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Es fällt dafür auch keine Praxisgebühr an. Klassische Reiseschutzimpfungen wie gegen Hepatitis A und B, Gelbfieber, Cholera, Tollwut und Typhus müssen gesetzlich Krankenversicherte hingegen in der Regel selbst bezahlen. Einige Kassen übernehmen inzwischen auch dafür die Kosten.