Meer, Regen, Sturm
Der Sommer 2012 brachte uns einiges an Wasser von oben. In Deutschland lag die durchschnittliche Regenmenge nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bei 263 Litern pro Quadratmeter und liegt damit zehn Prozent über dem Mittelwert. Noch nasser war es aber in Großbritannien – dort fiel im Sommer so viel Regen wie schon seit 100 Jahren nicht mehr.

Die Forscher der britischen Universität haben nun die Klimadaten aus Europa und dem Atlantik über einen Zeitraum von über 100 Jahren  analysiert und dabei einen Zusammenhang zwischen der Oberflächentemperatur des Ozeans und dem Wetter entdeckt. Die Temperatur des Nordatlantiks schwankt nämlich zwischen kalten und warmen Phasen, die jeweils 20 bis 30 Jahre andauern. Dieses Phänomen heißt atlantische multidekadale Oszillation. Wenn die Meeresoberflächentemperatur warm ist, bildet sich über Westeuropa ein Tiefdruckgebiet, das auf den Britischen Inseln, in Skandinavien und besonders auch im Norden Deutschlands für Regenfälle sorgt. Das südliche Europa wird dagegen von Trockenheit und Hitze heimgesucht.

Seit Mitte der 90er Jahre befinden wir uns nun in der Warmphase. Die letzte Periode mit warmen Wassertemperaturen im Atlantik gab es davor von 1930 bis 1960. Damals herrschten ähnliche Wetterverhältnisse wie auch in den letzten Jahren. Dazwischen gab es die Kaltphase mit heißen und eher trockenen Sommern in Mittel- und Nordeuropa.

Letztendlich heißt das für uns, dass es in der Zukunft auch wieder Bilderbuchsommer mit längeren trockenen Phasen geben wird. Doch wann das sein wird, wissen nicht einmal die Forscher. Es könnte noch 15 Jahre nass bleiben, aber auch schon in zwei Jahren trocken und heiß werden, denn der Wechsel zwischen Kalt- und Warmphasen vollzieht sich oft schon innerhalb zwei oder drei Jahre.
 
(ag)