Schlafende Frau
Ein dünnes Band gespickt mit Sensoren und eine App - fertig ist der digitale Ratgeber für besseren Schlaf.
 
"Drei Dinge helfen, die Mühseligkeit des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen." Als Immanuel Kant diese Worte sprach, hat noch niemand an WLAN und Apps gedacht. Aber auch heute, wo diese beiden Dinge gar nicht mehr wegzudenken sind, ist an seiner Behauptung etwas dran. Nicht zuletzt deshalb haben sich finnische Unternehmer jetzt daran gemacht, mithilfe von Sensoren in der Matratze und einer Smartphone-App den perfekten Schlaf zu verkaufen.
 
Das Projekt heißt "Beddit" und die Erfinder sammeln derzeit das nötige Kleingeld, um die bereits getesteten Prototypen in Masse produzieren zu können. Um das eigene Bett in ein "Smartbed" zu verwandeln, spannt man das dünne Band voller Sensoren unter das Bettlaken, quer über die Matratze. Es sendet die gesammelten Informationen an das Smartphone, auf dem die entsprechende App die Daten auswertet, sie visualisiert und dem User individualisierte Tipps gibt, wie er seinen Schlaf verbessern kann.
 
Atmung, Puls und Bewegung spielen dabei eine genauso wichtige Rolle wie Störungen von außen, also zum Beispiel Lärm oder Licht. Und darin liegt der Unterscheid zu bereits auf dem Markt befindlichen Apps, die unseren Schlummer lediglich analysieren, aber keine weiteren Ratschläge zur Lösung von Schlafstörungen anbieten. Auch Stirnbänder und ähnliche am Körper zu tragende Geräte zur Schlafanalyse befinden sich bereits seit Jahren auf dem Markt, verfehlten ihr Ziel aber weitgehend, weil sie das geruhsame Schlafen zusätzlich erschweren.
 
Für Singles ist "Beddit" übrigens besser geeignet, weil zwei Menschen in einem Bett die Messdaten verfälschen können. In Zeiten von Elektrosmog-Diskussion und Strahlungsdebatten könnte also auch eine Partnerschaft eine Möglichkeit sein, die Nacht wieder zu genießen. Denn immerhin verbringen wir ein Drittel unseres Lebens schlafend.
 
n24