Wetterkarte

Die Namen werden kurz vor der jeweiligen Saison von den so genannten Senior- Meteorologen des Weather Channel festgelegt. Kürzlich veröffentlichten die Kollegen dort die Namensliste der Winterstürme für die Saison 2012-2013

Und bei uns? Da sitzen wir Meteorologen in trauter Kaffeerunde beisammen und diskutieren, wie das nächste Tief heißen soll. Und wenn sich jemand dann am Tag zuvor über seinen Partner geärgert hat, dann gibt es den passenden Namensvorschlag...Nein, so läuft das natürlich nicht. 1954 haben die Meteorologen der Freien Universität Berlin angefangen, alle Druckgebiete zu benennen, die das Wetter in Zentraleuropa beeinflussen. Dafür erstellten sie damals 10 Listen, in denen die Namen in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt waren - männliche Namen für Hochs, weibliche Namen für Tiefs. Diese Listen wurden der Reihe nach "abgearbeitet". Nach Ablauf der 10. wurde wieder mit der 1. Liste begonnen. Federführend war übrigens damals eine junge Dame, die später auch als erste Fernsehmeteorologin vor der Kamera stand: Dr. Karla Wege. Diese Namensgebung wurde zunächst nur im Großraum Berlin veröffentlicht. Nach der Wende verstärkte sich die Aufmerksamkeit der Medien darauf enorm, so dass die Namen bundesweite Beachtung fanden.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends sind die Namen nicht mehr von vorneherein vorgegeben. Sie können nun von Jedermann gekauft werden -man übernimmt dabei eine so genannte Wetterpatenschaft. Jedoch gelten bestimmte Regeln. Maßgeblich ist sowohl für Hochs als auch für Tiefs die alphabetische Reihenfolge. Hochs bekommen in diesem Jahr männliche, Tiefs weibliche Namen. Im nächsten Jahr ist es genau andersherum. Auf diesen Modus hat man sich 1999 geeinigt, nachdem sich diverse Frauenverbände über die ursprüngliche Namensgebung geärgert hatten, als Tiefdruckgebiete durchweg weibliche Namen bekommen hatten. Sie verbanden aus mangelnder Sachkenntnis Tiefs mit "schlechtem" Wetter und sahen darin eine Diskriminierung. Nun wechselt man halt von Jahr zu Jahr ab..

Das Geld, das durch die Namensgebung eingenommen wird, ist gut angelegt: Damit wird die Wetterbeobachtungsstation Berlin-Dahlem, die zur Uni gehört, finanziert. Studierende haben somit die Möglichkeit, bereits während der Ausbildung mit versierten Fachkräften zusammen die Praxis kennenzulernen und erste Schritte in die Berufstätigkeit zu machen

Übrigens werden die Namen der FU Berlin nicht nur im deutschen Sprachraum veröffentlicht. 15 europäische Länder, sogar auch Brasilien, Japan und die USA haben sich diesem System angeschlossen.

Sie interessieren sich für eine Wetterpatenschaft? Dann schauen Sie sich diese Seite an:

http://www.wetterpate.de/

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(db)