Juhu - Sommer
Im Moment ist noch nicht viel von Sommerwetter zu sehen. Bei windigem Wetter, vielen Wolken, wenig Sonne und dazu noch zeitweise Schauer und Tagestemperaturen, die am morgigen Freitag nur um 18 Grad liegen, ist eher die Herbstjacke anstatt der Badehose angesagt.
 
Doch mittlerweile hat es sich schon herumgesprochen, dass diese herbstliche Witterungsphase zu Beginn der neuen Woche erst einmal ihr Ende findet. Denn das Azorenhoch breitet sich bereits am Sonntag Richtung Mitteleuropa aus. Dadurch werden die atlantischen Tiefausläufer nach Norden verdrängt. Gleichzeitig gelangt deutlich wärmere Luft zu uns, wodurch die Temperaturen ab Dienstag mancherorts über 30 °C ansteigen werden.
 
Nun wird die Meisten sicherlich interessieren, ob diese Hochdruckwetterlage, die von vielen ersehnte Wende beim Sommerwetter bedeutet.  Was uns zur Frage führt: Bleibt dieses Hoch längere Zeit stabil?
 
Dass diese Frage keineswegs einfach zu beantworten ist, zeigt schon der lange Vorhersagezeitraum. Mittelfristige Wettervorhersagen sind meist nur für 7 Tage möglich. Danach lässt sich nur noch ein grober Trend bis zu 10 Tagen angeben. Häufig ist es so, dass die Wettermodelle jedoch schon nach wenigen Tagen unterschiedliche Lösungen zeigen.
 
Ursache dafür ist, dass die Atmosphäre ein chaotisches System ist.
Kleine Änderungen im System können große Auswirkungen haben und letzten Endes zu einer völlig anderen Wettervorhersage führen. Um also genaue Vorhersagen über einen langen Zeitraum zu machen, müsste man den aktuellen Zustand der Atmosphäre (Temperatur, Feuchte, Druck
usw.) in jedem Punkt genau kennen. Das ist natürlich vollkommen unmöglich. Weiterhin sind die Gleichungen in den Wettermodellen zum Teil nur Näherungen.
 
Um jetzt trotzdem Aussagen für einen Zeitraum bis zu 10 Tagen zu treffen, nutzt man sogenannte Ensembles. Dabei wird ein Wettermodell mehrmals mit jeweils leicht variierten Anfangszuständen berechnet, wodurch sich die Lösungen (Wetterlagen) mit zunehmender Vorhersagezeit immer mehr unterscheiden. Wird jetzt eine Wetterlage von mehreren Modellrechnungen häufiger berechnet, so ist diese Wetterlage am Wahrscheinlichsten. Meist wird auch der Mittelwert aller Ensembles zur Vorhersage herangezogen.
 
Derzeit zeigen die Ensemblerechnungen für Anfang der Woche recht einheitlich die Hochdruckwetterlage. Ab Mitte der Woche beginnt jedoch ein unsicherer Bereich, für den mehrere  Wetterlagen möglich sind. Die meisten Modellrechnungen zeigen aber, dass das Hoch gegen Ende der Woche nach Osten abgedrängt wird und sich erneut ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien festsetzt, das mit seinen Ausläufern wieder für kühleres und wechselhafteres Wetter sorgt.
Dabei scheint es aber so, dass die Frontalzone, die die Grenze zwischen warmer Luft aus dem Süden und kalter Luft aus dem Norden markiert, weiter nördlich liegt als in den letzten Tagen. Somit würde es nicht ganz so kalt werden. Süddeutschland wäre dann bevorteilt.
Dort gibt es noch recht gute Chancen auf sommerliche Temperaturen.
 
Ein weiteres Indiz für ein schnelles Ende der Hochdruckwetterlage ist, dass das Hoch nicht sehr weit nach Norden reicht und somit die Zugbahn der atlantischen Tiefdruckgebiete nicht nachhaltig blockieren kann. So kann es rasch nach Osten verdrängt werden.
 
 
Viel ist zwar noch Spekulation, aber der Trend geht gegen Ende der nächsten Woche schon wieder in Richtung kühleres Wetter. Für die Sommerliebhaber bleibt nur noch die sommerlichen Tage zu genießen und zu hoffen, dass die derzeit wahrscheinliche Abkühlung nicht eintrifft.
 
dwd/öt