Sonneneruption, Aufnahme der NASA
Unter den astronomischen Jahreszeiten versteht man die Einteilung des Jahres in die vier Abschnitte Frühling, Sommer, Herbst und Winter, welche sich durch die scheinbare Bewegung der Sonne um die Erde vor dem Hintergrund der Himmelskugel anbietet und die durch jeweils zwei Äquinoktien (Tagundnachtgleichen) und Solstitien (Sonnenwenden) festgelegt wird. Ursache der Äquinoktien und Solstitien ist die Neigung der scheinbaren Sonnenbahn um ca. 23.5° gegenüber dem Erd- bzw. Himmelsäquator (sog. Schiefe der Ekliptik).
 
Die Schiefe der Ekliptik dominiert die solare Einstrahlung und damit den Energiegewinn der Erdoberfläche im Jahresverlauf und ist folglich auch Ursache für die sich vor allem in mittleren und hohen Breiten ausprägenden Jahreszeiten. Der astronomische oder auch kalendarische Winter bildet den Abschnitt zwischen Wintersonnenwende und Frühlingstagundnachtgleiche, die Sonne wandert auf der Ekliptik nordwärts. Der Tagbogen der Sonne und damit die Tageslängen nehmen wieder zu, die Mittagshöhe der Sonne über dem Horizont steigt und der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung wird größer.
 
In einigen alten Kulturen waren die Jahreszeiten so eingeteilt, dass die Wintersonnenwende in der Mitte des Winters lag. Auch die meteorologischen Jahreszeiten sind bekanntlich anders definiert. Da beispielsweise in unseren mittleren Breiten oftmals bereits vor dem tiefsten Stand der Sonne winterliches Wetter herrscht und es außerdem für statistische Zwecke bequemer ist, bilden die Monate Dezember, Januar und Februar den Winter. Der meteorologische Winter hat also bereits am 1. Dezember begonnen.
 
Weil nach der Wintersonnenwende die Tage wieder länger werden, war sie seit der Steinzeit in vielen Kulturen ein wichtiges Fest, welches mitunter auch ein paar Tage vor bzw. nach dem Datum der tatsächlichen Sonnenwende gefeiert wurde. Die alten Germanen feierten das Julfest, im antiken Rom war der 25. Dezember einer der höchsten Feiertage, der zu Ehren des Gottes der unbesiegten Sonne (Sol invictus) begangen wurde. Auch das christliche Weihnachtsfest liegt zeitlich kurz nach der Wintersonnenwende, was die Ankunft des göttlichen Lichts (Christi Geburt) symbolisieren soll.
 
dwd/öt