Auge des Hurrikan Dean aus dem All
Bis heute Nacht könnte sich Isaac zu einem schwachen Hurrikan der Stufe 1 mit Windgeschwindigkeiten ab 118 Kilometern pro Stunde weiterentwickelt haben. Issacs Lebenszyklus begann vor zwei Tagen am 21. August als sogenannte tropische Depression, einer Vorstufe eines Hurrikans, und der junge Isaac erregte schnell die Aufmerksamkeit der Wetterbeobachter. Bereits für mehrere Karibikinseln wurden Sturmwarnungen herausgegeben, für die Britischen Jungferninseln gilt bereits eine entsprechende Hurrikanwarnung. Nach Einschätzungen der zuständigen Meteorologen wird Issac zu Beginn der nächsten Woche auch auf die US-Küste treffen.
 
Dort droht wegen Issac bereits der Parteitag der Republikaner in Florida ins Wasser zu fallen, auf dem der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney offiziell zum Herausforderer Obamas ernannt werden soll. Auch im Gefangenenlager in Guantanamo werden bereits Schutzmaßnahmen getroffen, eine Anhörung von mutmaßlichen Beteiligten an den Terroranschlägen vom 11. September wurde vertagt. Die Gefangenen sollen während des Sturms in sicheren Unterkünften untergebracht werden. Gestern Abend bereits zog Isaac über die Kleinen Antillen hinweg und traf dort zum ersten Mal auf Land. Nun steuert er weiter Richtung Nordwesten auf Puerto Rico zu und könnte den Inselstaat noch im Laufe des heutigen Tages erreichen.

Mittlerweile ist nicht mehr auszuschließen, dass Issac, nachdem er die Karibik hinter sich gelassen hat, über Florida hinweg in den Golf von Mexico oder Richtung Inland der USA ziehen könnte. Dabei wäre es möglich, dass er bis zu einem Hurrikan der Kategorie 3 mit Windgeschwindigkeiten um die 190 Stundenkilometer anwächst. Die Größte Gefahr bei einem Hurrikan geht aber erstaunlicherweise nicht von den starken Winden aus, sondern von den großen Wassermaßen, die von dem Wirbelsturm mittransportiert werden, über dem Land in Form von Starkregen niedergehen und so zu Überschwemmungen und Sturzfluten führen können. Auch schieben tropische Wirbelstürme über dem Ozean große Wasserberge vor sich her, sodass die Küstenregionen noch zusätzlich von Sturmfluten bedroht werden.

Bisher fiel die Wirbelsturmsaison im Nordatlantik schwächer als ihr Gegenstück im Pazifik aus. Wir müssen hoffen, dass das weiterhin so bleibt, denn nach verschiedenen Einschätzungen besitzt Isaac das Potential für einen starken Hurrikan. Und die Saison ist nach Isaac noch längst nicht beendet.
 
(asg)