In jedem Jahr erwärmt sich zur Weihnachtszeit ("El Nino" = Kind, Christkind) das Wasser vor der südamerikanischen Westküste, es wird weniger nährstoffreich und dadurch wird die Fischfangsaison beendet. Etwa alle 3-5 Jahre fällt diese Erwärmung ungewöhnlich stark aus.
Normalerweise weht vor der südamerikanischen Westküste der Südostpassatwind, der das warme Wasser vor sich her in den Westpazifik schiebt. Dies führt auch dazu, daß die Oberflächentemperatur des Wassers im Westpazifik 8 ºC höher ist als vor der Küste Südamerikas. Dort sorgen die ablandigen Winde auch dafür, daß kaltes und nährstoffreiches Tiefenwasser des Humboldt-Stromes aufsteigt, was einen großen Fischreichtum in diesen Gewässern ermöglicht. Die Gebiete mit den stärksten Niederschlägen befinden sich ebenfalls im Bereich des westlichen Pazifik, nämlich dort, wo hohe Meeresoberflächentemperatur beobachtet wird. Lassen die beständigen Passatwinde nach oder verschwinden ganz, steigt kein nährstoffreiches Tiefenwasser mehr auf und die Meeresoberflächentemperatur steigt. Durch das geringere Nährstoffangebot kommt es zu starken Populationseinbrüchen bei Fischbeständen bzw. zu deren Abwandern in tiefere Meeresschichten oder andere Regionen. Dadurch sind diese weder für die davon lebenden Seevögel noch Robben erreichbar, was bei diesen zu einem Massensterben führt. Aber auch die Fischrei-Industrie des Menschen ist betroffen. Zusammen mit der steigenden Meeresoberflächentemperatur ändert sich auch die atmosphärische Zirkulation. Wo sonst Wüste herrscht kann es nun zu starken Niederschlägen mit Überschwemmungen kommen, da sich entsprechend der Meeresoberflächentemperatur auch die Regionen mit den Niederschlägen verschieben. Auf der anderen Seite des Pazifik, in Australien und Indonesien, treten dagegen Dürren auf.