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Klimaforscher prognostiziert Überschreitung des 1,5-Grad-Limits über Jahrzehnte

Sa 18.11.2023 | 15:59 Uhr - Redaktion - Quelle: dpa/wetter.com
Klima-News: Darum ist der CO2-Abbau so wichtig

Klimaforscher Ottmar Edenhofer warnt vor einer langjähriger Überschreitung des 1,5-Grad-Limits und betont, dass netto negative Emissionen erzeugt werden müssen. Die deutsche Regierung steht derweil vor schwerwiegenden Klimaschutz-Entscheidungen.

Der renommierte Klimaforscher Ottmar Edenhofer geht davon aus, dass die globale Durchschnittstemperatur wahrscheinlich für mehrere Jahrzehnte das im Pariser Abkommen festgelegte Limit von 1,5 Grad überschreiten wird. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk äußerte sich der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zu dieser besorgniserregenden Entwicklung. Edenhofer hofft optimistisch darauf, dass es möglicherweise gelingen könnte, die Temperaturkurve bis zum Ende des Jahrhunderts wieder auf 1,5 Grad zu senken.

Herausforderungen für das 1,5-Grad-Ziel der Staatengemeinschaft

Die internationale Staatengemeinschaft hat das Ziel von 1,5 Grad festgelegt, um gefährliche Kipppunkte mit unabwendbaren Konsequenzen zu verhindern und die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren. Aktuellen Angaben des Weltklimarates IPCC zufolge hat sich die Erde bereits um etwa 1,1 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmt, in Deutschland sind es sogar 1,6 Grad.

Im Sommer 2050 könnten Temperaturen von über 40 Grad in Deutschland normal werden. Wenn wir gleich viel CO2 wie aktuell weiterhin ausstoßen, haben wir in 30 Jahren eine Temperaturabweichung von 1,5 bis 2 Grad. Überschwemmungen und Hitzewellen würden dann zur Alltagsordnung gehören. Einige Flüsse könnten auch nicht mehr befahrbar sein. Im Rahmen der #OneTomorrow Klima-News auf ProSieben zeigt unsere wetter.com Meteorologin Corinna Borau, was uns in Zukunft alles erwarten könnte und wie ein zukünftiger Wetterbericht aussehen würde.

Notwendigkeit von Maßnahmen zur Temperatursenkung

Edenhofer betont, dass eine Absenkung der Durchschnittstemperatur nur durch groß angelegte Maßnahmen zur Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre erreicht werden kann. Dies würde bedeuten, dass netto negative Emissionen erzeugt werden müssen.

Finanzierungslücke in Deutschland für Klimavorhaben

Das kürzlich ergangene Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts hat erhebliche Auswirkungen auf die Finanzierung von Klimaprojekten der Bundesregierung. Eine Finanzierungslücke von 60 Milliarden Euro entstand, und die Ampel-Koalition sieht sich gezwungen, Prioritäten zu setzen.

Edenhofer erklärt, dass die Regierung entweder Ausgaben kürzen, neu priorisieren und umstrukturieren oder zu Steuererhöhungen greifen muss, um die Finanzierungslücke zu schließen. Er schließt nicht aus, dass das Urteil dazu führen könnte, dass Gegner des CO2-Preises ihre Position überdenken und so einen Beitrag zur Schließung der Finanzierungslücke leisten.

Das Bundesverfassungsgericht hatte zuvor die Verwendung von Corona-Krediten für Klimaprojekte als verfassungswidrig bewertet.

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