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Unwetter

Das macht Gewitter im Sommer besonders gefährlich

Mo 19.06.2023 | 12:29 Uhr - Redaktion - Quelle: wetter.com
Die Unwetterkatastrophe in Simbach im Inn wurde 2016 durch ein stehendes Gewitter ausgelöst. ©dpa

Mit Gewittern im Sommer gehen nicht selten Hagelschlag, Sturmschäden nach Tornados oder Downbursts sowie Überflutungen durch Starkregen einher. Aber warum kracht es ausgerechnet im Sommer so heftig?

Große Gewitterlagen, die ganz Deutschland oder zumindest die meisten Bundesländer betreffen, gibt es vor allem im Sommer. Aber was macht die Gewitter gerade zu dieser Jahreszeit so gefährlich? Warum entstehen gerade dann häufig so hohe Gewitter-Unwetterschäden wie zum Beispiel in Simbach am Inn und Braunsbach in 2016 oder im Ahrtal und der Eifel 2021?

Entstehung von Gewittern hängt von verschiedenen Faktoren ab

Gewitter sind faszinierende, aber auch gefährliche Naturphänomene, die besonders gerne im Sommer bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit auftreten. Die Entstehung von Gewittern ist ein komplexer Prozess, der von verschiedenen Faktoren abhängt.

Ein Gewitter entsteht, wenn kältere Luftmassen auf warme und feuchte Luftmassen treffen. Dabei steigt die warme Luft auf, kühlt ab und bildet Wolken. Durch die Kondensation von Wasserdampf in den Wolken entstehen Niederschläge wie Regen oder Hagel. Gleichzeitig vollzieht sich bei der Niederschlagsbildung in den Wolken durch physikalische Prozesse eine Ladungstrennung, die zu Blitzen in den Wolken und zwischen Wolke und Erde führen.

Shelfclouds können großflächig Bäume entwurzeln und Dächer abdecken

Besonders gefährlich sind Gewitter, wenn sie von Hagel, Sturmböen und enormen Regenmengen begleitet werden. Shelfclouds, sog. Wolkenwalzen, sind ein Anzeichen für Sturm, aber besonders in Downbursts oder Tornados wird es richtig heftig. Hagelkörner können durch ihre Größe und Geschwindigkeit lokal erheblichen Schaden anrichten und Shelfclouds können sogar großflächig Bäume entwurzeln und Dächer abdecken. Extreme Schäden bis hin zur völligen Verwüstung produzieren vor allem Downbursts und Tornados.

Gewitter begleiten uns durch jeden Sommer. Teil 1 unserer neuen Serie zu diesem Thema beleuchtet die verschiedenen Arten von Gewitterwolken. Erkennt man sie rechtzeitig, können Leben gerettet werden!

Eine Shelfcloud, also eine Wolkenwalze, ist eine sichtbare, dunkle, längliche Welle, die an der Unterseite einer Gewitterwolke zu sehen ist. Sie entsteht, wenn die durch Regen oder Hagel gekühlte Luft aus der Gewitterzelle ausströmt und warme Luft vor sich herschiebt. 

Unterschied zwischen Tornados und Downbursts 

Tornados treten ausschließlich in Zusammenhang mit Gewittern oder starken Schauern auf. Sie entstehen, wenn starke Aufwinde und Abwinde unterhalb einer Gewitterzelle einen horizontal rotierenden Luftstrom erzeugen, der dann in das Gewitter hineingesaugt und dadurch in die Vertikale gekippt wird.

Weitere Informationen zu Torndaos ehältst du in unserem Wetterlexikon.

Downbursts sind starke, nach unten gerichtete Winde, die regelrecht aus einer Gewitterzelle herausbrechen und ebenfalls in der Lage sind, erhebliche Schäden anzurichten.

Auch in diesem Jahr haben Tornados und Fallböen wieder große Schäden angerichtet. Doch wie entstehen sie und wie unterscheidet man die beiden Wetterphänomene? Wir klären auf.

Darum sind Gewitter bei heißen Temperaturen so gefährlich

Warum Gewitter im Sommer bei heißen Temperaturen so gefährlich sind, hat damit zu tun, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte. Wenn sich dann eine Gewitterzelle bildet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es zu starken Niederschlägen und Hagel kommt.

"Auch die Aufwinde innerhalb der Gewitterzelle können bei heißen Temperaturen besonders stark werden, was wiederum die Hagelbildung und Tornados begünstigt", erklärt wetter.com-Meteorologe Martin Puchegger. "Downbursts entstehen gerne dann, wenn Niederschlag unterhalb der Wolke in sehr trockene Luft fällt. Dann verdunstet er nämlich und entzieht der Luft Wärme. Somit wird die Luft noch kälter und stürzt wie ein Sack mit Sturmböen auf den Erdboden."

Bei Gewittern droht immer auch Lebensgefahr. Durchschnittlich sterben in Deutschland zehn Menschen pro Jahr durch Blitzschläge. Im Ernstfall ist es daher enorm wichtig, sich bei Gewittern richtig zu verhalten. Generell solltest du dich von allen Bäumen fernhalten. Vor allem von allein stehenden, da sie den höchsten Punkt markieren. Meide zudem Metall und Wasser. Doch es gibt noch weitere Verhaltensregeln bei Gewittern, die du beachten solltest.

Insgesamt sind Gewitter oft spektakuläre, aber eben auch gefährliche Naturphänomene, die man besser aus sicherer Entfernung beobachten sollte. Wenn ein Gewitter aufzieht, ist es wichtig, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten und auf keinen Fall unter Bäumen oder auf freien Flächen Schutz zu suchen.

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