Menu
Login
Natur & umwelt

Nach heftigen Erdbeben: Mehr als 1.000 Tote in Myanmar bestätigt

Sa 29.03.2025 | 08:32 Uhr - Redaktion - Quelle: dpa
Zerstörte Gebäude in Naypyitaw, Myanmar, am Samstag, den 29.03.2025. ©dpa

 Im vom Bürgerkrieg geplagten Myanmar ist die Lage nach dem heftigen Erdbeben unübersichtlich. Die genaue Zahl der Opfer ist noch unklar. Experten befürchten Schlimmes.

Die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer nach dem Erdbeben in Myanmar ist auf mehr als 1.000 angestiegen. Die Militärführung des südostasiatischen Landes gab im Staatsfernsehen zudem bekannt, dass die Zahl der Verletzten bei mehr als 2.370 liege. 

Schwere Zerstörungen

Am Freitag hatte die Erde in Südostasien heftig gebebt und schwere Zerstörungen angerichtet. Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam und die US-Erdbebenwarte (USGS) geben die Stärke mittlerweile mit 7,7 an. Zudem registrierten beide Institute ein paar Minuten später etwas südlich ein weiteres Erbeben mit einer Stärke von 6,4. 

Das Epizentrum des stärkeren Bebens lag in der Nähe von Mandalay, der mit 1,6 Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt Myanmars. Das Beben war auch in Thailand, China und Vietnam teils deutlich zu spüren. 

Das Rote Kreuz in Myanmar sprach von verheerenden Schäden. Es bestehe große Sorge, dass Dämme am Fluss Irrawaddy brechen könnten.

Besorgniserregende Schätzung

Doch die Lage in Myanmar bleibt unübersichtlich. Seit einem Militärputsch im Februar 2021 versinkt das frühere Birma ohnehin schon in Gewalt und Chaos, verschiedene Rebellengruppen kämpfen teils erfolgreich gegen die Armee. Aus dem Land dringen nur wenige Informationen nach außen. Die Militärjunta informiert über bestätigte Todesfälle. Offiziell gelten weitere 30 Menschen als vermisst. Detailliertere Listen würden noch erarbeitet, hieß es. 

Laut einer Schätzung der US-Erdbebenwarte USGS könnte die Opferzahl in die Tausende gehen. Das Institut befürchtet, dass in Myanmar und den anderen betroffenen Regionen insgesamt mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten. 

Die Europäische Kommission teilte am Freitagabend mit, den Copernicus-Satellitendienst zu aktivieren, um die Folgen des Erdbebens besser beurteilten zu können. 

Hilfe von einem der wenigen Verbündeten

Aus der chinesischen Provinz Yunnan wurden ebenfalls Verletzte und Schäden an Gebäuden gemeldet. Die Volksrepublik, einer der wenigen Verbündeten Myanmars, schickte nach Angaben staatlicher Medien ein kleines Team des Katastrophenschutzes mit Spezialgeräten über die Grenze nach Myanmar.

Zudem sagte das chinesische Außenamt weitere Hilfe zu. Staats- und Parteichef Xi Jinping sprach Militär-Junta-Chef Min Aung Hlaing sein Mitgefühl aus. 

Suche in Thailand geht weiter 

In Thailand wurden bislang drei Todesfälle offiziell bestätigt. Medienberichten zufolge sollen inzwischen allerdings bis zu zehn Tote geborgen worden sein. Hinzu kommen demnach allein 101 Vermisste in der Millionenstadt Bangkok. 

Die thailändische Wetterbehörde verzeichnete einen Tag nach dem schweren Erdbeben außerdem weitere Erdstöße. Von den 77 gemessenen Erdstößen, die sich hauptsächlich auf dem Gebiet des im Norden angrenzenden Myanmars ereigneten, waren allerdings die meisten deutlich schwächer und mitunter kaum zu spüren, wie es hieß. 

Hochhaus in Bangkok eingestürzt

In Bangkok war am Freitag ein im Bau befindliches Hochhaus in sich zusammengestürzt. Die Suche nach Vermissten in den Trümmern läuft weiter, wie auf Fotos zu sehen war. 

Derweil kehrte wieder etwas Alltag in die thailändische Hauptstadt zurück. Im öffentlichen Nahverkehr nahmen einige U-Bahnlinien wieder den Betrieb auf. Andere wurden noch weiter auf Schäden überprüft.

Weitere Empfehlungen der Redaktion zum Thema: Unwetter

Teile diese Info mit deinen Freunden
Artikel bewerten

Empfehlungen

3-Tage-Wetter: Arktische Kaltfront bringt Temperatursturz von 15 Grad!
16-Tage-Vorhersage für April 2025: Kühl, trocken und ohne 20 Grad
Deutschland trocknet aus: Wo Ernteausfälle und Preissteigerung drohen
Unwetter-Chaos in Griechenland: Autos von Wassermassen weggespült
Wälder in Flammen - neue Normalität in einer überhitzten Welt?
Frühjahrstrockenheit in Deutschland: März 2025 gehört zu den trockensten seit Messbeginn
FSME-Risikogebiete im Frühling 2025 - so schützt du dich vor Zecken
Besonderes Naturschauspiel: Bilder der partiellen Sonnenfinsternis
Aprilprognose: Von 20 Grad bis Schneefall - Meteorologe zeigt Aussichten
Bosnien und Herzegowina: Überflutungen nach Starkregenfällen auf dem Balkan