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Klima

Neue Studie warnt: Erderwärmung könnte stärker ausfallen als gedacht

Di 25.03.2025 | 11:56 Uhr - Daniela Kreck - Quelle: PIK
Unerwartete Klimaprognose: Studie warnt vor stärkerer Erderhitzung

Eine neue Studie zeigt: Die Erderwärmung könnte deutlich stärker ausfallen als bisher angenommen – selbst bei niedrigen Emissionen. Grund dafür sind Rückkopplungseffekte im Klimasystem, etwa durch auftauenden Permafrost.

Das Ziel des Pariser Abkommens, den Temperaturanstieg deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht. Denn die Erde könnte sich stärker erhitzen, als bisher angenommen. Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

Klima-Rückkopplungseffekte verstärken Erderwärmung

"Selbst in Emissionsszenarien, die als ‘sicher‘ gelten und in denen die Erwärmung unter 2 Grad Celsius bleiben soll, könnten Klima- und Kohlenstoffkreislauf-Rückkopplungen wie das Auftauen von Permafrost die Temperaturen deutlich über diesen Schwellenwert treiben", sagt PIK-Wissenschaftlerin Christine Kaufhold, Hauptautorin der Studie.

Klima-Rückkopplungseffekte sind Prozesse, bei denen die Erderwärmung sich selbst weiter verstärkt, zum Beispiel weil schmelzendes Eis oder auftauender Permafrost zusätzliche Wärme oder Treibhausgase freisetzen.

Szenarien mit sehr niedrigen Emissionen erforderlich

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Ziel des Pariser Abkommens nur in Szenarien mit  sehr niedrigen Emissionen und bei einer Klimasensitivität unterhalb der aktuellen besten Schätzung von 3 Grad Celsius erreichbar ist", sagt PIK-Wissenschaftler Matteo Willeit, der an der Arbeit beteiligt war.

Klimasensitivität beschreibt, wie stark sich die Erde erwärmt, wenn sich der Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre verdoppelt. Je höher die Klimasensitivität ist, desto empfindlicher reagiert das Klima auf Treibhausgase.

Neue Langzeitstudie blickt 1000 Jahre in die Klimazukunft

Die Studie berücksichtige in ihren Untersuchungen eine Spanne von zwei bis fünf Grad Celsius, die vom Weltklimarat (IPCC) als "sehr wahrscheinlich" eingestuft wird. Die Studie ist außerdem die erste, die das Klima über einen Zeitraum von 1000 Jahren hinweg simuliert – inklusive aller bekannten Rückkopplungseffekte.

Willeit betont: "Liegt die ECS (Klimasensitivität) über 3 Grad Celsius, muss die Reduktion von Emissionen noch schneller erfolgen als bisher angenommen, um das Pariser Ziel in Reichweite zu halten."

Nötiges Zeitfenster zur deutlichen Emissionsminderung schließt sich

Die Forschenden warnen, dass sich das Zeitfenster, das Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, schnell schließe. "Was wir heute tun, wird das Leben auf diesem Planeten für Jahrhunderte prägen", sagt PIK-Direktor Johan Rockström, Mitautor der Studie.

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